Monthly Archives

Januar 2016

Der Weißabgleich bei Nachtaufnahmen

Weißabgleich Nachtaufnahme

Besonders eindrucksvoll sind professionelle Nachtaufnahmen mit angestrahlten Motiven. Hier gibt es zahlreiche reizvolle Fotomotive, wie zum Beispiel Kirchen, eine bunt beleuchtete Reklametafel, Brücken, angestrahlte Denkmäler, aber auch Portraitaufnahmen. Selbst ein Wald im Mondlicht stellt ein tolles Motiv dar. Fotografen sollten jedoch nicht einfach mit Ihrer Kamera im Dunkeln losknipsen, sondern sich zuvor mit den Einstellungen vertraut machen.

Den Weißabgleich richtig korrigieren

Besonders schöne Nachtaufnahmen gelingen in aller Regel erst dann, wenn auch der Weißabgleich an der Kamera richtig eingestellt wurde. Viele Kameras sind mit einer Automatik ausgestattet, die versucht, den Weißabgleich so gut wie möglich einzustellen. Tauchen im Bildmotiv nach Sonnenuntergang jedoch mehrere künstliche Lichtquellen auf, schafft die Kameraautomatik diese Aufgabe nicht mehr.

Viele Fotografen setzen auf den RAW-Modus, um den Weißabgleich und die Farbtemperatur mit einem Bildbearbeitungsprogramm nachträglich zu verändern. Viele Anwender sind aber in der Bedienung dieser Software nicht so bewandert, dass hieraus ein optimales Ergebnis erzielt wird. Insoweit ist es wesentlich besser, die Kamera manuell vor der Aufnahme einzustellen.

Für jedes Motiv und jede Situation gibt es andere Einstellungen. Beispielsweise können Fotografen mit verschiedenen Farbtemperaturen unterschiedliche Fotoeffekte hervorrufen. Wer in seinem Foto kühlere Farbtöne hervortreten lassen möchte, der sollte einen niedrigen Wert um etwa 3.000 Kelvin bevorzugen. Sollen dagegen wärmere Farbtemperaturen dargestellt werden, werden schon 6.000 bis 8.000 Kelvin benötigt. Hobbyfotografen sollten bei Nachtaufnahmen ruhig mit den unterschiedlichsten Werten experimentieren und sich vom jeweiligen Ergebnis überraschen lassen. Hiervon kann man nur lernen.

Der Weißabgleich gibt vor, welche Farbe als absolutes Weiß oder besser noch als 18%iges neutrales Grau dargestellt wird. Die Kamera versucht, sich an die Farbtemperatur des Lichtes anzupassen. Wie zuvor dargestellt, wird zwischen kaltem und warmem Licht unterschieden. Leuchtstoffröhren geben ein Licht von etwa 4.000 Kelvin ab, Glühbirnen dagegen nur 3.200 Kelvin. Im Schatten erreicht man zirka 7.000 Kelvin. Bei einem automatischen Weißabgleich versucht die Kamera, helle Flächen als Weiß darzustellen und richtet gleichzeitig alle übrigen Farben danach aus. Leider kann es hierbei häufig zu Farbverfälschungen kommen.

Der manuelle Weißabgleich

Wichtigste Voraussetzung ist, dass die verwendete Kamera einen manuellen Weißabgleich zulässt. Viele Einsteigerkameras verfügen bereits über diesen Modus. Um diese Einstellungen vorzunehmen, wird entweder ein weißes Blatt Papier oder noch besser ein Fotokarton mit 18%iger Grautönung benötigt. Nun wird das Blatt Papier oder die Graukarte genau mit dem Licht fotografiert, welches später auch das zu fotografierende Motiv haben soll.

Dabei wird die Fotokarte als Referenz für den Weißabgleich der Kamera verwendet. Die genauen Einstellungen sind von Kamera zu Kamera unterschiedlich und werden ausführlich im jeweiligen Benutzerhandbuch erläutert. Wichtig ist, dass das Blatt Papier oder die Graukarte hinterher als absolut weiß zu erkennen ist. Zu bedenken ist jedoch, dass bei einer veränderten Lichtsituation gegebenenfalls ein erneuter manueller Weißabgleich vorgenommen werden muss.

Weitere Besonderheiten für eindrucksvolle Nachtaufnahmen

Neben dem Weißabgleich muss Lichtempfindlichkeit, also der ISO-Wert, korrekt eingestellt werden. Ein zu hoher ISO-Wert führt schnell zu Bildrauschen. Ideal ist ein niedriger ISO-Wert, wobei hierbei jedoch die Verschlusszeit steigt und ein Stativ zur Pflicht wird. Mit einer optionalen Taschenlampe können bei langer Verschlusszeit besondere Bildbereiche optisch aufgehellt werden.

Der korrekte Weißabgleich über eine professionelle Bildnachbearbeitung

Wer mit seinem Ergebnis trotz manueller Einstellung des Weißabgleichs immer noch nicht zufrieden ist, der kann sich auch an einen professionellen, digitalen Nachbearbeitungsservice wenden. Gerade in der Produktfotografie werden die zu fotografierenden Artikel gerne vor einem beeindruckenden Hintergrund präsentiert. Soll hier zum Beispiel eine tolle Nachtaufnahme als Hintergrund eingesetzt werden, kann über einen Freistellservice, wie zum Beispiel www.freistellen.de, das Motiv vom alten Hintergrund gelöst und in den neuen Hintergrund eingepasst werden. Dies sorgt auf alle Fälle für einen beeindruckenden Effekt.

Was bedeutet die goldene und blaue Stunde in der Fotografie?

goldene und blaue Stunde Aufnahmen

Die goldene und blaue Stunde bedeutet: In den Sommermonaten sind manche Stunden am Tag für den Fotografen etwas ganz besonderes. Auch wenn wir hierbei sehr früh aufstehen oder besonders lange wach bleiben müssen, lohnt es sich für unwiederbringliche und traumhafte Aufnahmen.

Die goldene und blaue Stunde

Von der goldenen Stunde ist die Rede, wenn Fotografen direkt nach Sonnenaufgang oder direkt vor Sonnenuntergang fotografieren. Sie nutzen dabei das erste und das letzte Licht des Tages. Dabei erstrahlen die Aufnahmen in einem besonders zauberhaften Licht. Häufig wird diese Zeit auch als magische Stunde bezeichnet. Als Blaue Stunde wird dagegen die Zeit vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang bezeichnet. Um die besten Ergebnisse hierbei zu erzielen, sollte eine Kamera verwendet werden, deren Belichtungseinstellungen manuell beeinflusst werden können. Typischerweise setzen viele Fotografen hier auf eine Spiegelreflex- oder Systemkamera. Es gibt aber auch zahlreiche andere Kameratypen, die diese Einstellungen zulassen.

Fotografieren in der goldenen Stunde

Kennzeichnend für die goldene Stunde ist, dass in dieser Zeit das Licht besonders warm und weich dargestellt wird. Hierbei werden die meisten Blauanteile zum größten Teil von der Atmosphäre herausgefiltert. Die Sonne steht in diesem Fall noch sehr schräg, so dass sich hieraus ein indirektes Licht ergibt, welches Portraitaufnahmen besonders vorteilhaft erscheinen lässt.

In diesem Zusammenhang soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Fotograf auf den Weißabgleich achtet und nicht die automatischen Einstellungen nutzt, die die Kamera vorgibt. Für perfekte Fotos kann es nützlich sein, die unterschiedlichen Modi der Kamera auszuprobieren. Wer möchte kann auch im RAW-Modus fotografieren und hat hinterher noch die Möglichkeit, am Computer mit einem Bildbearbeitungsprogramm die Aufnahmen nachzubearbeiten. Hierbei kann auch der Weißabgleich korrigiert werden.

In der goldenen Stunde bietet das Licht dramatische Szenen und tolle Farben. Besonders effektvoll wirken die Aufnahmen bei einem leicht bewölkten Himmel. Als Fotograf muss man sich jedoch hier sputen, da die goldene Stunde relativ rasch wieder vergeht.

Fotografieren in der blauen Stunde

Wer zur blauen Stunde fotografieren möchte, sollte schon rechtzeitig am geeigneten Standpunkt sein. Auch die blaue Stunde ist nur sehr kurz. Hilfreich ist in allen Fällen die Mitnahme eines Stativs. Unversehens kann die Sonne untergehen und dann die richtige Zeit für die schönsten Aufnahmen einläuten.

In der blauen Stunde sehen nahezu alle Motive wunderschön aus. Wie wäre es zum Beispiel mit beleuchteten Gebäuden, Brücken, Kirchen oder Denkmälern? Die Blautöne des Himmels kommen hierbei besonders gut zum Vorschein. In den Abendstunden bieten Stadt-Fotos interessante Motive. Neben einem dunkelblauen Himmel sorgen die Lichter von Ampeln, Schaufenstern und Autos für tolle Effekte. Wer hier mit einem Langzeitbelichtungswert arbeitet, erreicht so beeindruckende Schliereneffekte. Passanten sehen in diesem Fall wie Geister aus. Farbige Streifen von Autolichtern sorgen für Bewegung und Dynamik.

Idealerweise sollte der Fotograf bei diesen Aufnahmen ein Stativ einsetzen. Für optimale Fotos in der blauen Stunde dürfen zusätzliche Lichtquellen im Motiv nicht fehlen. Recht ansprechend sehen auch Aufnahmen von Wasseroberflächen aus. In diesem Fall nimmt das Wasser fast die gleiche Farbe wie der Himmel an. Ein besonderes Highlight ist es, wenn es kurz vor der blauen Stunde geregnet hat. Die verbleibenden Wasserpfützen bieten die schönsten Lichtreflexionen. Als kleiner Tipp sollte die Blende f/11 verwendet werden, um ansprechende Sterneneffekte darzustellen. Größere Blenden verhindern diesen Effekt jedoch. Die ISO-Einstellung sollte nicht höher als 100 oder 200 sein.

Diejenigen, die mit ihren Aufnahmen jedoch nicht ganz zufrieden sind, können diese im Rahmen einer professionellen Bildbearbeitung nachbearbeiten lassen. Besonders beeindruckend wirken zum Beispiel Produktfotos, deren Hintergrund in der goldenen oder blauen Stunde mit entsprechenden Hintergrundmotiven dargestellt wird. In diesem Fall kann ein Freistellservice, wie zum Beispiel www.freistellen.de, empfohlen werden. Das darzustellende Produkt, welches zuvor im Studio belichtet wurde, wird vom Hintergrund gelöst und passgenau mit dem neuen Bildhintergrund verbunden. So entstehen unverwechselbare Produktaufnahmen.

Foto: fotolia/shutterstock