Modefotografie

So gelingt die perfekte Produktfotografie im Modebereich

Von Kevin, FotografVeröffentlicht Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Mode lässt sich auf drei Wegen zeigen: am Model, auf der Fotopuppe und flach gelegt als Legeware. Ohne Model bleiben Puppe und Legeware, und beide liefern brauchbare Bilder, sobald das Textil gebügelt und in Form gebracht ist. Den Rest macht die Nachbearbeitung, die Füße und Kragen der Puppe aus dem Bild nimmt.

Auf was muss ich als Fotograf achten, bevor ich Fashion-Fotos machen kann?

Die Produktfotografie im Fashion-Bereich stellt immer besondere Herausforderungen dar. Hier kommt es in erster Linie darauf an, wie ein modisches Textil besonders ansprechend dargestellt werden kann. Dabei ist es gleich, ob diese Fashion-Artikel für einen Onlineshop, ein Auktionshaus oder für einen Katalog erstellt werden sollen.

Im ersten Schritt sollten die zu fotografierenden Kleidungsstücke in Produktgruppen kategorisiert werden. So fällt es später leichter, den Fotos eine entsprechende Produktbeschreibung zu geben. In Zeiten digitaler Fotografie ist es hilfreich, zuvor auf der Festplatte des verwendeten Rechners für jede Kategorie ein eigenes Unterverzeichnis anzulegen. Hierin können die passenden Fotos abgespeichert werden und sind dadurch leichter auffindbar.

Nun geht es an die Vorbereitung für gute Fotos. Dabei stellt sich zunächst die Frage, ob die Fotos im Freien oder in einem Studio erstellt werden sollen. Ebenso sollte geklärt werden, ob dem Fotografen für die Präsentation von Fashion-Mode vielleicht ein Model zur Verfügung steht oder nicht. Da ein Model immer mit hohen Kosten verbunden ist, gibt es glücklicherweise auch preiswerte Alternativen.

Fashion-Artikel auf einer Puppe fotografieren

Verständlicherweise sollte das Textil sauber, gebügelt und in Form gebracht werden, bevor es auf eine Fotopuppe gezogen wird. Da es nicht für jede Kleidergröße eine passende Schaufensterpuppe gibt, ist es ratsam, ein möglichst passendes Textil in Fotopuppengröße zu wählen. Meist passen Damengröße 36 und Herrengröße 48 oder L am besten. Es gehört ein wenig Übung dazu, das Textil an der Puppe so auszurichten und zu drapieren, dass es wie an einer lebenden Person wirkt. Fotopuppen können universell eingesetzt werden und sind leicht zu transportieren.

Im Freien hilft Tageslicht, im Studio der neutrale Hintergrund

Wer seine Kleidungsstücke auf einer Kleiderpuppe im Freien fotografiert, kann auf das Tageslicht zurückgreifen. Nachteilig ist lediglich, dass der gewählte Hintergrund nicht immer zum Textil passt. Die Aufnahmen sollten mit einem kleinen Teleobjektiv erstellt werden, wobei auf eine geringe Schärfentiefe zu achten ist. Hierbei fällt der Hintergrund in Unschärfe und das Motiv selbst wird besonders herausgestellt.

Im Studio muss auf Kunstlicht zurückgegriffen werden, wobei es jedoch einfacher ist, einen neutralen Hintergrund zu verwenden. Hier gibt es auch große Hintergründe nach Maß. Das Licht sollte über Reflektoren alle wichtigen Bereiche des Textils ausleuchten.

KriteriumIm FreienIm Studio
LichtTageslichtKunstlicht, über Reflektoren auf alle wichtigen Bereiche des Textils
HintergrundPasst nicht immer zum Textil; mit kleinem Teleobjektiv und geringer Schärfentiefe fällt er in UnschärfeNeutral, auch groß und nach Maß
Zusammenfassung des Beitragstexts zur Aufnahme auf der Fotopuppe.

Puppenteile und Klammern verschwinden in der Retusche

Hinterher sind auf dem Foto die störenden Elemente der Fotopuppe sichtbar. Füße und Kragen soll der Betrachter nicht sehen. Hierfür empfehlen wir professionelle Dienstleister, die schnell und mit viel Erfahrung die digitale Nachbearbeitung für Sie übernehmen.

Auf der Fotopuppe wirkt ein gebügeltes und in Form gebrachtes Textil wie getragen; Füße und Kragen der Puppe verschwinden anschließend in der digitalen Nachbearbeitung.

Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob eine Serie zusammenpasst. Wir arbeiten mit der Größe, die auf die Puppe passt, und nehmen den Überschuss mit Klammern im Rücken auf, die später wegretuschiert werden. Kommt ein Sortiment in stark unterschiedlichen Größen, wandert es zur Legeware, weil ein zu weites Oberteil auf der Puppe hängt und ein zu enges die Schulter verzieht. Ob das Hauptbild am Model, als Hollowman ohne sichtbare Puppe oder als Legeware entstehen soll, vergleicht der Beitrag Hollowman, Legeware oder Model.

Olivgrünes Sommerkleid mit langen Ärmeln und Taillenraffung als Hollowman-Aufnahme vor Weiß

Hollowman fotografieren lassen

Fashion-Artikel als Legeware ohne Puppe fotografieren

Wer vielleicht schon einmal versucht hat, eine Hose, eine Jacke oder ein anderes Oberteil auf einem Tisch zu fotografieren, der wird feststellen, dass dies gar nicht so einfach ist. Die Fashion-Artikel wirken häufig viel zu platt, andere dagegen zeigen Knitterfalten. Für diese Art Legeware sollten die Bekleidungsartikel zuvor gebügelt werden.

Zwei Jeans im Used-Look, flach gelegt und freigestellt vor dunkelblauem Grund

Auch bei dieser Art von Fotografie kommt es auf eine exakte Belichtung an. Handelt es sich um helle, unifarbene Textilien, kann auch ein entsprechend farbiger Hintergrund verwendet werden.

Türkiser Bikini mit Blumenmuster, Oberteil und Hose flach gelegt, freigestellt vor dunkelblauem Grund
Legeware vor farbigem Grund statt Weiß.

Wenn mehrere Aufnahmen von einem Produkt erstellt werden sollen, ist es hilfreich, von Modeartikeln auch Detailaufnahmen zu machen. So kann eine Knopfleiste mit silbernen Knöpfen oder ein ansprechendes Label für einen tollen Blickfang sorgen. Handelt es sich um Saison-Artikel, wie zum Beispiel für Weihnachten, Ostern, Karneval oder für das Oktoberfest, können auf den Fotos evtl. noch kleine Dekoartikel hinzugefügt werden, die auf dieses Thema hinweisen.

Legeware entsteht von oben: gebügelt, sorgfältig auf dem Tisch platziert und bildfüllend fotografiert, ergänzt um Detailaufnahmen von Knopfleiste oder Label.

Wir sehen den Unterschied bei Legeware nicht an der Kamera, sondern am Tisch. Ärmel symmetrisch ausgelegt, Kragen aufgestellt, Bündchen in gleicher Breite, Seitennähte parallel zur Bildkante: Diese Handgriffe am Textil sparen die Retusche, die hinterher nötig wäre. Für Serien markieren wir die Position des Kleidungsstücks auf der Fläche, damit jedes Teil gleich groß im Bild steht. Was ein solcher Bildsatz je Artikel umfasst, steht auf der Seite Preise für Produktfotos.

Fliederfarbener Grobstrickpullover als Legeware-Aufnahme vor Weiß

Legeware fotografieren lassen

  1. Schritt 1: Von oben fotografieren

    Nachdem alles sorgfältig auf einem Tisch platziert wurde, werden die Artikel am besten von oben fotografiert.

  2. Schritt 2: Niedrigen Tisch und Leiter nutzen

    In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, einen besonders niedrigen Tisch zu verwenden. Mithilfe einer Leiter können die Artikel dann von oben abfotografiert werden.

  3. Schritt 3: Stativ über dem Objekt spreizen

    Bei ganz niedrigen Tischen reicht es häufig aus, ein großes Stativ zu verwenden und dessen Beine so zu spreizen, dass die Mittelsäule direkt über dem zu fotografierenden Objekt steht. Die Mittelsäule wird ganz nach oben geschoben.

  4. Schritt 4: Kamera bildfüllend platzieren

    Anschließend die Kamera so platzieren, dass das Bekleidungsstück bildfüllend abgelichtet werden kann.

Bilder zum Beitrag

Foto: fotolia

Kurz gefasst

Produktfotografie im Modebereich beginnt mit der Vorbereitung: Kleidung in Produktgruppen ordnen, Textilien sauber, gebügelt und in Form bringen. Statt eines teuren Models eignen sich die Fotopuppe und die Legeware als preiswerte Alternativen. Auf der Puppe wird das Textil drapiert; störende Füße und Kragen entfernt die digitale Nachbearbeitung. Legeware wird auf einem niedrigen Tisch von oben und bildfüllend fotografiert, ergänzt um Detailaufnahmen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Antworten auf die Fragen, die Händler und Hersteller uns am häufigsten stellen.

  • Wie bereite ich Kleidung für die Produktfotografie vor?

    Kategorisieren Sie die Kleidungsstücke zuerst in Produktgruppen und legen Sie für jede Kategorie ein eigenes Unterverzeichnis an; so fällt die Produktbeschreibung später leichter, und die Fotos sind auffindbar. Vor der Aufnahme wird jedes Textil sauber, gebügelt und in Form gebracht. Danach klären Sie, ob im Freien oder im Studio fotografiert wird und ob ein Model zur Verfügung steht.

  • Kann ich Mode auch ohne Model fotografieren?

    Ja. Da ein Model immer mit hohen Kosten verbunden ist, gibt es preiswerte Alternativen: die Fotopuppe, auf die das Textil gezogen und drapiert wird, und die Legeware, bei der das Kleidungsstück auf einem Tisch liegt und von oben fotografiert wird. Beide Wege eignen sich für Onlineshop, Auktionshaus und Katalog.

  • Welche Kleidergröße passt am besten auf eine Fotopuppe?

    Da es nicht für jede Kleidergröße eine passende Schaufensterpuppe gibt, wählen Sie ein Textil in Fotopuppengröße; laut Beitrag passen meist Damengröße 36 und Herrengröße 48 oder L am besten. Das Ausrichten und Drapieren an der Puppe braucht etwas Übung, damit das Textil wie an einer lebenden Person wirkt.

  • Was passiert mit Füßen und Kragen der Fotopuppe im Bild?

    Sie werden in der digitalen Nachbearbeitung entfernt, denn der Betrachter sollte die störenden Elemente der Fotopuppe nicht sehen. Der Beitrag empfiehlt dafür spezialisierte Dienstleister, die diese Arbeit schnell und mit viel Erfahrung übernehmen. Das Ergebnis ist ein Kleidungsstück, das wie getragen wirkt, ohne dass die Puppe im Bild bleibt.

  • Im Freien oder im Studio: wo fotografiere ich Mode auf der Puppe besser?

    Im Freien nutzen Sie Tageslicht, müssen aber mit einem Hintergrund leben, der nicht immer zum Textil passt; ein kleines Teleobjektiv mit geringer Schärfentiefe lässt ihn in Unschärfe fallen. Im Studio arbeiten Sie mit Kunstlicht, haben es aber einfacher, einen neutralen Hintergrund nach Maß zu verwenden und das Textil über Reflektoren auszuleuchten.

  • Wie fotografiere ich Kleidung als Legeware?

    Bügeln Sie die Artikel, platzieren Sie sie sorgfältig auf einem möglichst niedrigen Tisch und fotografieren Sie von oben, mit Leiter oder mit einem großen Stativ, dessen gespreizte Beine die Mittelsäule direkt über das Objekt bringen. Die Kamera wird so platziert, dass das Kleidungsstück bildfüllend abgelichtet wird; auf eine exakte Belichtung kommt es auch hier an.

  • Warum wirken Legeware-Fotos oft platt oder knittrig?

    Weil Hosen, Jacken und Oberteile auf dem Tisch schnell zu platt wirken oder Knitterfalten zeigen, wenn sie nicht vorbereitet wurden; deshalb sollten die Bekleidungsartikel zuvor gebügelt werden. Detailaufnahmen von Knopfleiste oder Label und bei Saison-Artikeln kleine Dekoartikel, die auf das Thema hinweisen, sorgen zusätzlich für einen Blickfang.

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