Bildbearbeitung

Perfekten Schatten beim Fotografieren

Von Kevin, FotografVeröffentlicht Aktualisiert 3 Min. Lesezeit

Ein glaubwürdiger Schatten entsteht in der Bildbearbeitung aus einer nach unten gespiegelten, schwarz eingefärbten Kopie des freigestellten Motivs, die vom dunklen Kernschatten nach außen weich ausläuft. Kommt das Licht im Hauptbild von der Seite, lenkt eine perspektivische Verzerrung den Schatten in dieselbe Richtung. Ohne diesen Schritt schwebt jedes einkopierte Produkt über der Szene.

Die Voranalyse eines Fotos

In der Fotografie stellt ein Schattenwurf meistens ein störendes Element dar und sollte vermieden werden. Dennoch gibt es interessanten Anwendungen, bei denen ein realistischer Schattenwurf ansprechend aussehen kann. Die natürliche Wirkung des Schattens kann weich sein oder sich als harter Schlagschatten präsentieren. Teilweise kann es sich aber auch um einen eingefärbten Schatten handeln. All diese Kriterien sind für ein erfolgreiches Composing hilfreich. In vielen Fällen soll zum Beispiel ein schattenbehaftetes Foto in ein anderes Foto hineinkopiert werden.

Im ersten Schritt muss das Ausgangsfoto in allen Einzelheiten betrachtet werden. Hier spielt die gesamte Lichtsituation eine wichtige Rolle. Bei Sonnenlicht ist zu beachten, wie hoch diese steht und welche Lichtstimmung diese dem Foto gibt. Ebenso muss berücksichtigt werden, von wo das Licht kommt und wie lang mögliche Schatten ausfallen.

Gleichzeitig müssen auf dem Foto die verschiedenen Schärfe-Ebenen festgelegt werden. Dabei stellt sich die Frage, ob der Hintergrund scharf abgebildet ist, die Mitte oder der Vordergrund. Dies ist besonders wichtig, wenn einer dieser Bildbereich in ein anderes Foto eingefügt werden soll.

Probleme des Schattenwurfs meistern

In der Werbefotografie müssen häufig verschiedene Bildbereiche aus Einzelfotos zusammengefügt werden. So kann es durchaus vorkommen, dass auf dem einzufügenden Bild das abgelichtete Motiv einen Schatten besitzt, welcher von der falschen Seite kommt. In diesem Fall muss das Motiv zuerst ausgeschnitten, also freigestellt und danach gespiegelt werden. Beim Freistellen ist auf eine weiche Auswahlkante zu achten, da ansonsten schnell festgestellt wird, dass das Motiv nicht zum Hauptbild gehört.

Palmenkrone zweimal: links die Schwarz-Weiß-Maske für den Freisteller, rechts das Ergebnis vor dunkelblauem Grund
Links die Maske, rechts das freigestellte Ergebnis.

Kommt der Schatten im Einzelfoto von der falschen Seite, wird das Motiv freigestellt und gespiegelt; eine weiche Auswahlkante verhindert, dass es im Hauptbild wie ein Fremdkörper wirkt.

Edelstahl-Topfset mit Glasdeckeln und Pfanne, Gruppenbild mit Schatten vor Weiß

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Schatten selbst herstellen

Teilweise soll das ausgeschnittene Motiv aber nicht gespiegelt werden, so dass der Schlagschatten selbst erzeugt werden muss. Relativ einfach ist es, wenn der Schatten direkt nach unten fallen soll, also die Sonne im Hintergrund steht.

Ein selbst gebauter Schlagschatten ist eine nach unten gespiegelte, schwarz eingefärbte Kopie des Motivs, die vom Kernschatten nach außen weich ausläuft.

Wir prüfen diesen Schatten am Ende gegen das Ausgangsfoto. Fällt der Schatten der übrigen Gegenstände in der Szene nach links, darf die Kopie nicht nach rechts laufen, und ihre Kante muss genauso weich oder hart sein wie die der anderen Schatten. Zwei Richtungen in einem Bild erkennt jeder Betrachter, auch ohne sagen zu können, was ihn stört.

Zwei Holzstühle, hell und dunkel, mit weichem Schatten vor Weiß
  1. Schritt 1: Motiv nach unten spiegeln

    Dann muss das zu kopierende Motiv einfach vertikal nach unten gespiegelt werden. Dabei steht die Spiegelung unterhalb des Motivs auf dem Kopf.

  2. Schritt 2: Schwarz einfärben und auslaufen lassen

    Diese wird nun schwarz eingefärbt und schrittweise von schwarz nach transparent eingefärbt.

  3. Schritt 3: Kernschatten dunkler halten

    Wichtig zu wissen ist, dass der Kernschatten in unmittelbarer Nähe des Motivs dunkler ist, als der auslaufende Schatten.

  4. Schritt 4: Richtung perspektivisch anpassen

    Dieses Ergebnis kann mit einer perspektivischen Verzerrung auch in andere Richtungen gelenkt werden, falls die Lichteinstrahlung von der Seite kommt.

Das Motiv im Hauptfoto einfügen

Mit einem Bildbearbeitungsprogramm kann das erstellte Schattenmotiv in das eigentliche Foto eingefügt werden. Verständlicherweise muss hierbei noch die richtige Größe angepasst werden, damit es zur dargestellten Umgebung passt. Mit den vorgenannten Techniken können schattenbehaftete Motive auf relativ einfache Weise verändert und in bestehende Szenarien eingefügt werden.

Bei Freistellern für Marktplätze gehen wir sparsamer vor. Wir legen dort nur einen schmalen Kontaktschatten unter das Produkt, damit es nicht wie ausgeschnitten über der weißen Fläche hängt, und auch das nur, wenn die Plattform Schatten im Hauptbild zulässt. Welche Form wann passt, steht im Ratgeber Produktfotos freistellen oder auf Reinweiß setzen; was Aufnahme, Freisteller und Montage kosten, zeigt die Seite Preise für Produktfotos.

Nicht jeder ist mit dieser Form der Bildbearbeitung bewandert, so dass es hier auch genügend Anbieter gibt, die diese Arbeiten erledigen. Diese Servicedienstleistungen sind zum Beispiel bei freistellen.de erhältlich. Vorteilhaft ist, dass die Nutzer sich bei der Erstellung von eCommerce- und Werbeaufnahmen nur auf das Wesentlichste konzentrieren müssen und von der aufwändigen Bildbearbeitung entlastet werden.

Bilder zum Beitrag

Kurz gefasst

Ein realistischer Schatten macht ein hineinkopiertes Motiv im Composing glaubwürdig; sonst gilt Schattenwurf meist als störend. Vor der Bearbeitung werden Lichtrichtung, Sonnenstand, Schattenlänge und Schärfeebenen des Ausgangsfotos analysiert. Kommt der Schatten von der falschen Seite, wird das Motiv mit weicher Kante freigestellt und gespiegelt. Ein eigener Schlagschatten entsteht aus einer nach unten gespiegelten, schwarz eingefärbten Kopie, die vom Kernschatten weich ausläuft und perspektivisch verzerrt werden kann.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Antworten auf die Fragen, die Händler und Hersteller uns am häufigsten stellen.

  • Wie erstellt man einen realistischen Schatten in der Bildbearbeitung?

    Das freigestellte Motiv wird vertikal nach unten gespiegelt, sodass die Kopie auf dem Kopf unter dem Motiv steht. Diese Kopie wird schwarz eingefärbt und läuft schrittweise von Schwarz nach Transparent aus; der Kernschatten direkt am Motiv bleibt dunkler als der auslaufende Schatten. Kommt das Licht von der Seite, lenkt eine perspektivische Verzerrung den Schatten in die passende Richtung.

  • Warum ist die Voranalyse des Ausgangsfotos wichtig?

    Weil Licht und Schärfe des Ausgangsfotos zum Zielbild passen müssen. Geprüft wird, wie hoch die Sonne steht, welche Lichtstimmung sie erzeugt, aus welcher Richtung das Licht kommt und wie lang die Schatten ausfallen. Dazu werden die Schärfeebenen festgelegt: Ist Hintergrund, Mitte oder Vordergrund scharf? Das entscheidet, ob sich ein Bildbereich in ein anderes Foto einfügen lässt.

  • Was tun, wenn der Schatten im Foto von der falschen Seite kommt?

    Dann wird das Motiv zuerst freigestellt und anschließend gespiegelt, damit der Schatten zur Lichtrichtung des Hauptbilds passt. Das kommt in der Werbefotografie häufig vor, weil Bildbereiche aus verschiedenen Einzelfotos zusammengefügt werden. Beim Freistellen ist eine weiche Auswahlkante wichtig; eine harte Kante verrät sofort, dass das Motiv nicht zum Hauptbild gehört.

  • Wann ist ein Schattenwurf im Foto erwünscht?

    Meist gilt ein Schattenwurf als störend und wird vermieden. Ansprechend ist ein realistischer Schatten dagegen beim Composing, wenn ein Motiv in ein anderes Foto hineinkopiert wird und dort echt wirken soll. Der Schatten kann weich sein, als harter Schlagschatten auftreten oder eingefärbt sein; jede dieser Eigenschaften hilft, das Motiv glaubwürdig in die Szene einzubinden.

  • Wie wird das Motiv mit Schatten in das Hauptfoto eingefügt?

    Mit einem Bildbearbeitungsprogramm wird das fertige Schattenmotiv in das Zielfoto kopiert und in der Größe an die dargestellte Umgebung angepasst. Mit Freistellung, Spiegelung, eingefärbter Schattenkopie und perspektivischer Verzerrung lassen sich schattenbehaftete Motive so auf relativ einfache Weise in bestehende Szenen einfügen, ohne dass der Übergang auffällt.

  • Kann man die Schattenbearbeitung für Produktfotos auslagern?

    Ja. Nicht jeder ist mit dieser Form der Bildbearbeitung vertraut, deshalb gibt es Dienstleister, die Freistellung, Schatten und Composing übernehmen. Händler und Werbetreibende konzentrieren sich dann auf die Aufnahme und werden von der aufwändigen Nachbearbeitung entlastet. Wie wir Freisteller, Schatten und Composings für Produktbilder aufbauen, steht auf der Seite Bildmontage aus mehreren Aufnahmen.

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