Leitfaden · Produktfotografie

Produktfotografie: der Leitfaden für Händler und Hersteller

Produktfotografie ist die Fotografie von Waren für den Verkauf: Sie zeigt ein Produkt vollständig, scharf und farbtreu, damit Käufer im Onlineshop, auf dem Marktplatz oder im Katalog entscheiden können, ohne es in die Hand zu nehmen. Dieser Leitfaden erklärt Bildarten, Marktplatzregeln, Ablauf, Licht, Ausrüstung und Kosten und führt zu jedem Thema auf den ausführlichen Ratgeber.

  • Preis pro BildFreisteller ab 12 €, Hollowman ab 15 €
  • Ware per Paketaus DE, AT, CH
  • Marktplatz-AnforderungenAmazon, eBay, Zalando, Otto
  • Uneingeschränkte Nutzungsrechtenach Zahlungseingang, alle Kanäle

Was ist Produktfotografie?

Ein Produktfoto beantwortet eine Kauffrage: Was ist das, wie groß ist es, was ist im Paket? Darin unterscheidet sie sich von der Werbefotografie, die eine Marke oder ein Lebensgefühl erzählt. Im Produktbild muss der Artikel dem entsprechen, was der Kunde auspackt: in Farbe, Form, Material und Lieferumfang. Wo die Grenze zwischen beiden Bildarten verläuft, erklärt der Ratgeber Was ist ein Werbefoto?.

Die meisten Produktfotos entstehen für den Onlinehandel, wo das Bild die Rolle des Anfassens im Laden übernimmt. Ein Bildsatz besteht deshalb aus einem Hauptbild, mehreren Ansichten und, je nach Kanal, Detail- und Szenenbildern. Welche davon ein Artikel braucht, hängt von Ware und Kanal ab.

Wasserfilter-Kanne in Türkis mit Verpackung und zwei Filterkartuschen, Packshot vor Weiß
Packshot: Kanne, Faltschachtel und Kartuschen zeigen den Lieferumfang.
BildtypWas er zeigtTypischer Einsatz
Hauptbild (Packshot, Freisteller)Den ganzen Artikel vor Weiß, ohne Text und RequisitenErstes Bild auf Amazon, eBay, OTTO, Kaufland und im Katalog
ZusatzansichtRückseite, Seite, Innenansicht, LieferumfangGalerie im Listing und im Shop
DetailbildMaterial, Naht, Verschluss, TypenschildGalerie; bei Technik und Schmuck mehrere
Mood- oder LifestylebildDas Produkt im Gebrauch oder in einer StimmungShop, Social Media, Werbung, Zusatzbild
Bildtypen eines Bildsatzes; welche davon Pflicht sind, legt der jeweilige Marktplatz fest.

Arten der Produktfotografie: acht Bildarten im Überblick

Produktfotografie teilt sich nach Ware und Zweck in acht Bildarten; die Unterabschnitte erklären die Technik.

ArtWas das Bild zeigtGeeignet für
Packshot und FreistellerProdukt vollständig vor Weiß oder auf TransparenzHauptbild, Katalog
HollowmanKleidung mit Volumen wie getragen, ohne Puppe und ModelOberteile, Jacken, Kleider, Hosen
LegewareTextilien flach oder gefaltet, von obenT-Shirts, Strick, Kinderkleidung, Heimtextilien
Schmuck und UhrenKleine, glänzende Ware durchgehend scharfRinge, Ketten, Ohrringe, Armbänder, Uhren
FoodLebensmittel und Verpackungen vor Weiß oder im SettingHersteller und Shops
360°-AnimationDrehbare Rundumansicht vom DrehtellerErklärungsbedürftige Ware im Shop
Mood und LifestyleProdukt in Umgebung und VerwendungShop, Social Media, Kampagne
KI-Szene um das echte ProduktStudioaufnahme in KI-Umgebung, gekennzeichnetZusatzbilder, Werbung
Bildarten im Überblick; je Zeile gibt es eine eigene Leistungsseite.

Packshot und Freisteller: das Produkt vor Weiß

Ein Packshot zeigt den Artikel sachlich, vollständig und ohne Ablenkung vor neutralem, meist weißem Hintergrund. Ein Freisteller ist ein Produktbild, dessen Aufnahmehintergrund in der Bearbeitung entfernt und durch Weiß oder Transparenz ersetzt wurde. Für Marktplatzserien wird meist reinweiß aufgenommen und freigestellt, weil erst der Freisteller Kante, Schatten und Hintergrundwert kontrolliert.

Flasche Teppichreiniger mit gelbem Etikett, Piktogrammen und Anwendungshinweisen, Packshot vor Weiß
Packshot einer Flasche: Etikett und Hinweise bleiben lesbar.

Den Begriff erklärt der Ratgeber Was ist ein Packshot?, die Wahl des Wegs der Beitrag Produktfotos freistellen oder reinweiß fotografieren. Im Studio entstehen beide als Packshot-Fotografie vor Weiß.

Hollowman: Kleidung mit Volumen, ohne Model

Hollowman-Bilder zeigen Kleidung so, als würde sie getragen, ohne sichtbare Puppe oder Model. Dafür entstehen zwei Aufnahmen: das Kleidungsstück auf der Puppe und der Innenbereich. In der Bearbeitung wird die Puppe entfernt und der Innenbereich mit realistischen Schatten einmontiert. Hollowman zeigt Fall und Volumen, die Passform am Körper zeigt nur ein Model.

Grüner Kapuzenpullover mit Kängurutasche und Schriftzug als Hollowman-Aufnahme vor Weiß
Hollowman: Kapuze und Schultern stehen in Form, die Puppe ist entfernt.

Wann Hollowman, Legeware oder Model zum Kanal passt, vergleicht der Ratgeber Hollowman, Legeware oder Model. Die Leistung beschreibt die Seite Hollowman-Fotografie.

Legeware: Textilien flach von oben

Bei Legeware liegen Textilien gefaltet, lässig oder clean auf einer Fläche und werden von oben gleichmäßig ausgeleuchtet. Die Aufnahme ist schneller als Hollowman und zeigt Schnitt, Material und Muster, aber nicht den Fall am Körper. Sie passt für Kleidung von Jeans bis Socken sowie für Handtücher und Heimtextilien.

Fliederfarbener Grobstrickpullover als Legeware-Aufnahme vor Weiß
Legeware von oben: Pullover flach, Ärmel seitlich ausgelegt.

Beispiele und Leistungsumfang zeigt die Seite Legeware fotografieren lassen; wie Textilien vor der Aufnahme vorbereitet werden, erklärt der Ratgeber Textilien fotografieren.

Schmuck und Uhren: Makro und Focus Stacking

Schmuck ist klein, glänzt und hat feine Details. Schmuckfotografie arbeitet deshalb mit Makroobjektiv, eigenem Licht-Setup und Focus Stacking: Jede Ansicht entsteht aus mehreren Aufnahmen in unterschiedlichen Schärfeebenen, die zu einem durchgehend scharfen Bild zusammengesetzt werden. Metall- und Steinfarben werden am Original abgeglichen.

Goldene Ohrhänger mit braunem Rauchquarz und weißer Perle, Schmuckfoto vor Weiß
Ohrhänger: Haken, Fassung und Perle in einem Bild scharf.

Mehr dazu auf der Seite Schmuckfotografie und in den Ratgebern Ketten, Ringe und Ohrringe fotografieren und Focus Stacking für durchgehende Schärfe.

Food: Lebensmittel vor Weiß oder im Setting

Food-Fotografie zeigt Lebensmittel appetitlich und farbtreu, als Verpackung vor Weiß oder im passenden Setting mit Untergrund und Requisiten. Lebensmittel-Freisteller werden pro Bild berechnet, aufwendige Setups nach Stundensatz. Beispiele zeigt die Seite Food-Fotografie für Hersteller und Shops, Grundlagen der Beitrag Food-Fotografie: Lust zum Anbeißen herstellen.

Beutel Bio-Dinkelflakes mit Etikett und einer Glasschale Flocken davor, Packshot vor Weiß
Food-Packshot: Beutel mit lesbarem Etikett, davor der Inhalt in einer Glasschale.

360°-Animation: das Produkt zum Drehen

Bei der 360°-Animation dreht sich der Artikel auf einem motorisierten Drehteller, die Kamera bleibt stehen. Aus den Einzelbildern entsteht eine Rundumansicht, die Kunden im Shop mit Maus oder Finger drehen. Je mehr Einzelbilder, desto flüssiger die Drehung, aber desto größer die Datei. Details stehen auf der Seite 360-Grad-Produktfotografie und im Ratgeber 360 Grad Fotografie.

360°-Animation: Der Artikel dreht sich auf dem Drehteller, die Kamera bleibt fest.

Mood und Lifestyle: das Produkt im Gebrauch

Mood- und Lifestylebilder zeigen das Produkt in Umgebung und Verwendung: auf dem Tisch, in der Hand, im Wohnraum. Den Packshot ersetzen sie nicht. Er beantwortet, was der Artikel ist, das Moodbild, wo er hingehört. Die Leistung beschreibt die Seite Mood- und Lifestyle-Fotografie, den Unterschied der Ratgeber Packshot oder Moodbild.

Leuchtende Spiral-Tischlampe in Violett auf einer dunklen Kommode vor Steinwand, daneben eine Steckdose mit USB-Anschlüssen, Mood-Aufnahme
Mood-Aufnahme: Die Lampe zeigt ihr Licht im Raum.

KI-Szenen um das echte Produkt, gekennzeichnet

KI-Szenen setzen die Studioaufnahme des echten Produkts in eine per KI erzeugte Umgebung. Das Produkt bleibt fotografiert, Umgebung und gegebenenfalls Personen sind generiert, und das Bild wird sichtbar gekennzeichnet. Für das Hauptbild verlangen die Marktplätze eine echte Aufnahme, KI-Szenen sind deshalb Zusatzbilder.

Produktfotografie für Onlineshops und Marktplätze

Onlineshops und Marktplätze verlangen im Kern dasselbe: ein Hauptbild vor Weiß ohne Text und Requisiten, genug Pixel für den Zoom und mehrere Ansichten je Artikel. Die Unterschiede liegen in Mindestgröße, Seitenverhältnis und Bildzahl. Bei Amazon kann ein regelwidriges Hauptbild das Angebot aus den Suchergebnissen nehmen, bis ein korrektes Bild vorliegt.

Die vollständige Übersicht mit Etsy und Google Shopping steht auf der Seite Marktplatz-Anforderungen an Produktbilder; vor dem Upload lohnt der Blick in die aktuelle Fassung der Hilfeseiten. Einzelne Kanäle vertiefen die Ratgeber zu den Amazon-Richtlinien für Hauptbild und Zusatzbilder und zu Bildformat und Bildgröße bei eBay, den Bildsatz für mehrere Kanäle die Seite Produktfotos für Amazon, eBay und weitere Marktplätze.

KanalHauptbildMindestgrößeBildzahl
AmazonReinweiß (RGB 255, 255, 255), Produkt füllt mindestens 85 % der Fläche; kein Text, keine Requisiten1.000 Pixel an der längsten SeiteMindestens eines; empfohlen sechs und ein Video
eBayKeine Farbvorgabe; kein Rahmen, kein Text, kein Wasserzeichen500 Pixel an der längsten SeiteBis zu 24
ZalandoPackshot vor #FFFFFF; Hochformat 1:1,44762 × 1.100 PixelDrei für Bekleidung und Schuhe
OTTOFreisteller vor Weiß, Produkt füllt 85 bis 95 % der Fläche500 Pixel kurze, 1.000 lange SeiteHöchstens zehn je Variante
KauflandWeißer Hintergrund, klare Silhouette1.024 Pixel in Höhe oder BreiteFünf bis zehn empfohlen
Auszug. Quellen: Amazon-Hilfe (Stand September 2026) und Seller Forums (Abruf 25.10.2026), eBay-Hilfe und Kaufland-Guideline (Abruf 25.10.2026), Zalando Image guidelines (Stand 01.10.2026), OTTO Onboarding-Guide (Januar 2026).

Hauptbild und Zusatzbilder

In den Suchergebnissen entscheidet das Hauptbild, ob jemand klickt. Zusatzbilder dürfen mehr: Details, Rückseite, Anwendung, Maße und Infografiken. Mode hat eigene Regeln. Für Hauptbilder von Erwachsenenbekleidung verlangt Amazon ein Model, Zalando nimmt Packshots mit unsichtbarer Puppe und Flatlays an (Amazon Style Guide Bekleidung und Zalando Image guidelines, Abruf 20.09.2026).

Edelstahl-Topfset mit vier Töpfen, drei davon mit Glasdeckel, und einer Stielkasserolle, freigestellt vor Weiß
Hauptbild aus einem Amazon-Paket: das ganze Topfset vor Weiß, ohne Text und Requisiten.
Listing-Bild: Nahaufnahme der Literskala im Topf, daneben drei Detailkreise zu Glasdeckel mit Dampfabzug, Griffen und Schüttrand
Zusatzbild aus demselben Paket: Details mit Text, im Hauptbild nicht erlaubt.

Für ein komplettes Amazon-Listing gibt es das Amazon-Paket: zwei freigestellte Titelbilder, fünf weitere Bilder mit Detail, Anwendung, Moodbildern, Infografiken, Icons und A+ Content sowie fünf Banner-Bilder für die Beschreibung, ab 590 € pro Paket. Wer prüfen will, ob vorhandene Listings den Regeln entsprechen, beauftragt das Marktplatz-Bildaudit.

Bildgrößen für den eigenen Onlineshop

Im eigenen Shop gilt keine Plattformregel, sondern das Shopsystem. Laden Sie ein großes Masterbild hoch, aus dem das System die kleineren Ansichten berechnet: quadratisch oder in festem Hochformat, in sRGB, als JPG oder WebP. Als Richtwert dient die Shopify-Empfehlung von 2.048 × 2.048 Pixeln (Shopify-Hilfe, Abruf 20.09.2026). Einzelheiten stehen im Ratgeber Größe und Seitenverhältnis von Produktfotos im Onlineshop, Formate im Beitrag Dateiformate und Auflösungen für Produktbilder.

So läuft Produktfotografie im Studio ab: fünf Stationen

Ein Auftrag für Produktfotos im Studio läuft in fünf Stationen ab. Sie müssen dafür nicht nach Leipzig kommen; die Ware reist per Paket aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

  1. Anfrage: Sie nennen Stückzahl, Warenart, Marktplatz und Wunschtermin per Formular, E-Mail oder Telefon. Wir stimmen die Ansichten ab und antworten mit dem Angebot zum Preis pro Bild.
  2. Einsenden: Nach schriftlicher Vereinbarung schicken Sie die Ware sicher verpackt per Paket in das Studio nach Leipzig oder bringen sie vorbei.
  3. Produktfotografie: Wir fotografieren im festen Setup für Ihre Warengruppe, mit gleichem Licht und gleicher Perspektive über alle Artikel.
  4. Bildbearbeitung: Die Bilder werden freigestellt, in Farbe, Kontrast und Schärfe abgeglichen und von Staub, Kratzern und Fingerabdrücken befreit. Danach prüfen wir Bildformat, Größe und Füllgrad gegen die Anforderungen Ihres Marktplatzes.
  5. Auslieferung: Sie erhalten die Bilder als PNG und JPG über einen persönlichen Download-Link per E-Mail, danach die Rechnung per E-Mail. Nach Zahlungseingang senden wir Ihnen die Ware zurück, versichert per DHL.
Fünf Stationen: Anfrage, Einsenden, Produktfotografie, Bildbearbeitung, Auslieferung.

Der Download-Link kommt über daten.3wfoto.de, ist 30 Tage gültig und enthält alle Bilder als ZIP oder einzeln, mit Zuordnungsliste. IPTC-Metadaten und der C2PA-Herkunftsnachweis sind bei jedem Bild hinterlegt (Datenpaket zum Produktbild). Nach Zahlungseingang erhalten Sie zeitlich unbefristete und uneingeschränkte Nutzungsrechte; bei Bildern mit echten Models gilt die Lizenz der Model-Agentur. Jede Station im Detail beschreibt die Seite Ablauf eines Auftrags, den Termin beim Kunden der Ratgeber Produktfotograf vor Ort oder Versand ins Studio.

Licht und Hintergrund in der Produktfotografie

Das Licht entscheidet über Form, Farbe und Oberfläche, der Hintergrund darüber, ob der Zielkanal das Bild annimmt. Beides bleibt für die ganze Serie gleich.

Welches Licht: Blitz oder Dauerlicht?

Für Serien ist Studioblitz die bessere Lichtquelle: viel Leistung für kleine Blenden, dieselbe Farbe vom ersten bis zum letzten Bild, keine Verwacklung. Dauerlicht passt, wenn Sie das Ergebnis vorher sehen wollen, Video drehen oder Kleinteile im Nahbereich fotografieren. Bei LED-Leuchten zählen eine hohe Farbwiedergabe (CRI oder TLCI), Flimmerfreiheit und eine feste Farbtemperatur. Ein Blitz auf der Kamera leuchtet frontal und hart; für Produktfotos steht das Licht seitlich oder oben, mit Softbox.

Lichtzelt und Softbox sind keine Lichtquellen, sondern Lichtformer; welcher zu welcher Ware passt, steht im Ratgeber Dauerlicht oder Blitz in der Produktfotografie. Grundlagen erklärt der Beitrag Auf die richtige Beleuchtung kommt es an, glänzende Ware der Ratgeber Spiegelnde Produkte fotografieren.

EigenschaftDauerlicht (LED)Studioblitz
LichtmengeBegrenzt; kleine Blenden nur mit langer Belichtung oder hoher ISOHoch; f/11 bei Basis-ISO ohne Aufwand
FarbkonstanzHängt von der Qualität der LED abStabil von Bild zu Bild
Kontrolle vor der AufnahmeWas Sie sehen, bekommen SieErgebnis erst am Monitor
Typischer EinsatzNahbereich, Kleinteile, VideoSerien, Packshots, Mode, große Sets
Kurzfassung des Vergleichs aus dem Ratgeber „Dauerlicht oder Blitz in der Produktfotografie“.

Lichtaufbau: Haupt-, Aufhell- und Kantenlicht

Ein Grundaufbau für Packshots hat drei Lichter. Das Hauptlicht mit großer Softbox formt das Produkt, ein Aufheller hellt die Schattenseite auf, ein Kantenlicht von hinten trennt das Produkt vom Hintergrund. Für Hauptbilder vor Weiß bekommt der Hintergrund eigenes Licht, damit er reinweiß wird, ohne das Produkt zu überstrahlen.

Grundaufbau mit Hauptlicht, Aufhelllicht und Kantenlicht.

Weißabgleich und Farbtreue

Der Weißabgleich wird manuell gesetzt, mit Graukarte oder festem Kelvin-Wert, damit die Farbe dem Artikel entspricht und alle Bilder einer Serie denselben Weißpunkt haben. Kunstlicht liegt bei etwa 3.200 Kelvin, Tageslicht bei etwa 5.200 Kelvin (Weißabgleich-Voreinstellungen laut Canon-Bedienungsanleitung EOS 850D, Abruf 20.09.2026); gemischt erzeugen beide Farbstiche. Farbtreue entsteht an vier Stellen: im Licht, in der Kamera, am kalibrierten Monitor und beim Export in sRGB.

Farbabgleich an Grau- und Farbkarte: Die Farbe im Bild wird gegen die echte Ware gemessen.

Mehr dazu in den Ratgebern Weißabgleich mit Kelvin-Tabelle und Graukarte und Farbtreue bei Produktfotos.

Welcher Hintergrund passt?

Für Hauptbilder ist Weiß gesetzt, sonst entscheidet das Produkt: Grau hält die Kontur weißer Ware, Schwarz betont Glanz, Farbe trägt die Marke, eine Szene erklärt Größe und Nutzung.

Die Hohlkehle ist keine Farbe, sondern die Technik für einen Verlauf ohne Horizontkante. Mehr im Ratgeber Hintergrund in der Produktfotografie wählen, für helle Ware im Beitrag Weiße Produkte vor weißem Hintergrund, für Lebensmittel unter Welcher Hintergrund eignet sich für Food-Fotografie?.

HintergrundWann er passtWorauf achten
ReinweißHauptbild auf Marktplätzen, KatalogEigenes Licht für den Hintergrund oder Freistellung
GrauWeiße Ware in ZusatzbildernAls Hauptbild nur, wo der Kanal es zulässt
SchwarzGlanz, Metall, Glas, SchmuckStaub und Fusseln fallen stärker auf
FarbeMarkenauftritt, Shop, Social MediaFarbige Reflexe auf dem Produkt vermeiden
SzeneGröße und Nutzung erklärenNur Zusatzbild
Hintergründe nach Kanal und Oberfläche, nach dem Ratgeber „Hintergrund in der Produktfotografie wählen“.

Ausrüstung für Produktfotografie: was Sie brauchen

Für Produktfotografie brauchen Sie eine Kamera mit manueller Belichtung, ein Objektiv im leichten Telebereich, ein Stativ, zwei Leuchten mit Lichtformern, einen ruhigen Hintergrund, eine Graukarte und ein Bildbearbeitungsprogramm. Für einzelne Artikel mit einfacher Form reicht das. Für Serien, Glas, Metall, Textil oder Schmuck kommen Aufbauten wie Hollowman-Puppe, Schmuckaufbau und Drehteller dazu.

Als Richtwert für die Blende gilt f/8 bis f/11: genug Schärfentiefe über das ganze Produkt, ohne dass Beugung das Bild weich macht. Die Anleitung in sechs Schritten steht im Ratgeber Objekte fotografieren: Grundlagen, die vollständige Liste in der Checkliste zur Ausrüstung. Ob das Smartphone genügt, klärt der Beitrag Reichen Handyfotos für Marktplatz-Listings?, die Kamera am Rechner der Ratgeber Tethered Shooting per USB oder WiFi.

AusrüstungWozuHinweis
Kamera mit manueller BelichtungBlende, Zeit, ISO und Weißabgleich festlegenSmartphone nur mit manuellem Modus
Objektiv im leichten TelebereichProportionen über Abstand haltenAm Vollformat etwa 85 bis 105 Millimeter
Stativ mit WasserwaageGleiche Kameraposition für die SeriePosition am Boden markieren
Zwei Leuchten mit SoftboxForm zeigen ohne harte SchattenBlitz für Serien, LED für Nahbereich und Video
Hintergrund und AufnahmetischRuhige Fläche ohne HorizontkanteLichtzelt für Kleinteile
GraukarteWeißabgleich festlegenIm ersten Bild jeder Serie
Rechner mit Kabel oder FunkKontrolle in der 100-Prozent-AnsichtKalibrierter Monitor
Grundausstattung für Produktfotos; Werte nach dem Ratgeber „Objekte fotografieren: Grundlagen“.

Was kostet Produktfotografie?

Produktfotografie im Studio kostet bei uns einen Preis pro Bild: Freisteller ab 12 € pro Bild, Hollowman ab 15 € pro Bild, jeweils zzgl. MwSt. Freistellung, Retusche, Farbabgleich und die Auslieferung als PNG und JPG sind enthalten. Je mehr Bilder ein Auftrag umfasst, desto niedriger der Preis pro Bild. Der Netto-Mindestumsatz beträgt 150 € je Auftrag.

Die Anfahrtspauschale vor Ort setzt sich aus 50 € pro Stunde Anfahrt und 0,60 € pro Kilometer zusammen. Den Preis eines Auftrags bestimmen Zahl der Artikel, Ansichten je Artikel, Bearbeitungstiefe, Formate und Nutzungsrechte; Serien gleichartiger Artikel kosten je Bild weniger als Einzelstücke. Die Faktoren erklärt der Ratgeber Was kostet Produktfotografie?, alle Preise und einen Richtwert für Ihre Bilderzahl die Seite Preise pro Bild.

LeistungAbrechnungPreis
Freisteller vor WeißPro Bild, sinkt mit der Bilderanzahl je Auftragab 12 € pro Bild
HollowmanPro Bild, sinkt mit der Bilderanzahl je Auftragab 15 € pro Bild
Schmuck und 360°-AnimationPro Bild nach Angebotauf Anfrage
FoodFreisteller pro Bild, aufwendige Setups nach Stundensatzauf Anfrage
KI-Produktbilder-PaketPaket je Artikel: zwei Freisteller und vier KI-Szenenab 290 € pro Paket
Amazon-PaketPaket je Artikel: komplettes Listingab 590 € pro Paket
Aufnahmen vor Ort, in möblierten Wohnungen oder mit ModelsStundensatz plus Anfahrtspauschale, Wohnungsmiete und Model-Honorar105 € pro Stunde
Alle Beträge zzgl. MwSt., Stand der Preise 19.10.2026. Den Endpreis für Ihre Menge nennt das Angebot.

Produktfotos selbst machen oder ein Studio beauftragen?

Selbst fotografieren lohnt sich bei wenigen, einfachen Artikeln ohne strenge Marktplatzregeln. Sobald Serien, geprüfte Hauptbilder oder Spezialaufbauten wie Hollowman und Schmuck anstehen, ist das Studio der kürzere Weg.

Ein dritter Weg sind Herstellerbilder. Sie dürfen sie nur verwenden, wenn der Rechteinhaber die Nutzung ausdrücklich erlaubt hat; Fotos aus fremden Amazon-Angeboten dürfen Sie nicht übernehmen (Herstellerbilder verwenden: Bildrechte für Händler). Den ausführlichen Vergleich enthält der Ratgeber Produktfotos selbst machen oder machen lassen. Wie das Studio in Leipzig arbeitet, zeigt die Startseite Produktfotografie aus dem Studio.

KriteriumSelbst fotografierenStudio beauftragen
Zeit je ArtikelAufbau, Aufnahme, Freistellung und Export bei jedem Artikel neuFester Ablauf im eingerichteten Setup; Ihr Aufwand: Packliste und Freigabe
AusstattungKamera, Stativ, zwei Leuchten, Hintergrund, Graukarte, SoftwareHollowman-Puppen, Schmuckaufbau, Drehteller
EinheitlichkeitSchwankt mit Tageslicht und KamerapositionGleiche Position, gleiches Licht, gleiche Bearbeitung
MarktplatzregelnPrüfen Sie selbstPrüfung von Format, Größe und Füllgrad vor der Auslieferung
BearbeitungIn EigenregieIm Preis pro Bild enthalten
Vergleich ohne Beträge, nach dem Ratgeber „Produktfotos selbst machen oder machen lassen“.

Professionelle Produktfotografie: woran Sie gute Produktbilder erkennen

Gute Produktbilder erkennen Sie am Bild selbst, nicht an der Ausrüstung: Farbe, Schärfe, Kante und Serie müssen stimmen. Prüfen Sie ein Bild in der 100-Prozent-Ansicht und mehrere Bilder einer Serie nebeneinander.

Goldene Armbanduhr mit blauem Zifferblatt und Milanaise-Armband, Schmuckfoto vor Weiß
Uhr schräg von vorn: Zifferblatt, Gehäuse und Armband durchgehend scharf.

Typische Mängel zeigen die Ratgeber Häufige Fehler bei Produktfotos und Die klassischen Fehler in der Produktfotografie, die Fragen an einen Dienstleister der Beitrag Woran erkennen Sie den richtigen Produktfotografen?. Pixelmaße, Format und Weißwert eines Bildes misst der Marktplatz-Bildprüfer im Browser.

MerkmalWoran Sie es erkennen
FarbtreueDie Farbe im Bild entspricht der Ware im Paket
SchärfeDas ganze Produkt ist scharf, auch in der 100-Prozent-Ansicht
FreistellkanteKeine Reste des Hintergrunds an feinen Kanten, Haaren oder Glas
HintergrundReinweiß, wo der Kanal es verlangt, ohne Grauschleier
SerieGleiche Perspektive, Größe und Licht über alle Artikel
RetuscheStaub und Kratzer entfernt, Form und Merkmale unverändert
DatenDateinamen nach Schema, Formate je Kanal, IPTC und Herkunftsnachweis
Prüfpunkte für ein Produktfoto; dieselben Punkte gehören in das Briefing an ein Studio.

Produktfotografie und KI: was echt bleibt, was gekennzeichnet wird

KI wirkt in der Produktfotografie an zwei Stellen: in der Bearbeitung und bei Szenen. Retusche eines echten Fotos, also Freistellen, Farbkorrektur, Staub- und Faltenentfernung oder die Hollowman-Montage, ist keine KI-Manipulation im Sinne der KI-Verordnung, auch wenn die Werkzeuge KI nutzen. Kennzeichnungspflichtig wird ein Bild erst, wenn KI einen fotorealistischen Inhalt erzeugt oder die Bildaussage wesentlich verändert.

Schwarze Lederjacke mit Graffiti-Print, freigestellt vor Weiß, Ausgangsbild für KI-Szenen
Ausgangsbild: die echte Jacke als Studioaufnahme, ohne KI-Anteil.
Model in Lederjacke mit Graffiti-Print vor Backsteinwand, KI-Szene um das echte Produkt
KI-Szene: Jacke aus der Studioaufnahme, Umgebung und Person KI-erzeugt.

KI-Produktbilder entstehen bei uns um ein echtes Studiobild: Das Produkt wird fotografiert, die Umgebung entsteht nach Briefing, ohne das Produkt zu verändern. Das KI-Produktbilder-Paket umfasst je Artikel zwei Freisteller und vier KI-Szenen, ab 290 € pro Paket. Mehr auf der Seite KI-Produktbilder: Szenen um das echte Produkt und im Ratgeber Ist Retusche eine KI-Manipulation?.

Nennen Sie Warenart, Stückzahl und Marktplatz; Sie erhalten das Angebot mit dem Preis pro Bild.

Anfrage senden
BildartWas KI beiträgtEinsatzKennzeichnung
Studioaufnahme mit RetuscheWerkzeuge beim Freistellen und RetuschierenHauptbild und GalerieKeine KI-Manipulation, solange die Bildaussage bleibt
KI-Szene um das echte ProduktUmgebung und gegebenenfalls PersonenZusatzbilder, Social Media, WerbungSichtbar gekennzeichnet, bei uns nach Art. 50 KI-Verordnung
Vollständig KI-erzeugtes ProduktbildAuch das ProduktKein Hauptbild: Marktplätze verlangen dort eine echte AufnahmeNicht in unserem Angebot
Einordnung nach den Ratgebern zur Retusche und zu den Amazon-Bildregeln; keine Rechtsberatung, maßgeblich sind Gesetz und Plattformregel.

Ratgeber

35 Beiträge

Kurz gefasst

Die Ratgeber zur Produktfotografie erklären Vorbereitung, Licht, Hintergrund, typische Fehler und Ausrüstung. Jeder Beitrag beantwortet die Frage zuerst und verweist auf die passende Leistung, etwa Packshot-Fotografie auf Weiß oder Legeware für Textilien. Wer Bilder statt Tipps braucht, findet den Preis pro Bild auf der Preisseite und schickt eine Anfrage mit Warenart und Stückzahl.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Antworten auf häufige Fragen zu Produktfotografie.

  • Was braucht ein gutes Produktfoto?

    Ein gutes Produktfoto zeigt die Ware vollständig, scharf und farbtreu vor einem ruhigen Hintergrund. Dazu gehören gleichmäßiges Licht ohne harte Reflexe, eine saubere Ware ohne Staub und Fusseln und ein Bildausschnitt, der zu den Regeln des Marktplatzes passt. Im Studio legen wir diese Punkte vor der Aufnahme je Artikel fest, damit alle Bilder einer Serie gleich aussehen.

  • Kann ich Produktfotos selbst machen oder lohnt sich ein Studio?

    Für einzelne Artikel mit einfacher Form reichen oft eine gute Kamera, zwei Leuchten und ein weißer Hintergrund. Ein Studio lohnt sich, sobald viele Artikel einheitlich aussehen müssen, Glas, Metall oder Textil im Spiel sind oder die Bilder die Regeln eines Marktplatzes erfüllen sollen. Abgerechnet wird bei uns pro Bild, Freisteller beginnen bei ab 12 €.

  • Wie viel kostet Produktfotografie?

    Produktfotografie im Studio kostet bei uns ab 12 € pro Bild für einen Freisteller und ab 15 € pro Bild für ein Hollowman-Bild, jeweils zzgl. MwSt.; mit der Bilderzahl je Auftrag sinkt der Preis pro Bild. Freistellung und Standardretusche sind enthalten, der Netto-Mindestumsatz liegt bei 150 € je Auftrag. Für KI-Szenen und das Amazon-Listing gibt es Pakete; Aufnahmen vor Ort laufen nach Stundensatz.

  • Was brauche ich für Produktfotografie?

    Für eigene Produktfotos brauchen Sie eine Kamera mit manueller Einstellung, ein Stativ, zwei gleichmäßige Lichtquellen mit Diffusor, einen ruhigen Hintergrund und eine Software zum Freistellen. Für Glas, Metall, Schmuck oder große Serien kommen Lichtformer, Focus Stacking und Farbabgleich dazu. Wer diese Ausstattung nicht anschaffen will, gibt die Ware ins Studio und zahlt pro fertigem Bild.

  • Welcher Hintergrund eignet sich für Produktfotos?

    Für Hauptbilder auf Marktplätzen ist ein reinweißer Hintergrund der Standard, weil Amazon ihn für das Hauptbild vorschreibt und viele Shops ihn übernehmen. Für Zusatzbilder und Werbung passen farbige Flächen, Holz oder Stein, wenn sie zur Ware und zur Marke passen. Wichtig ist, dass der Hintergrund die Ware nicht überstrahlt und die Farben nicht verfälscht.

  • Wie läuft ein Auftrag für Produktfotos im Studio ab?

    Ein Auftrag beginnt mit Ihrer Anfrage mit Warenart, Stückzahl und Marktplatz, darauf folgt ein Angebot mit dem Preis pro Bild. Danach schicken Sie die Ware per Paket nach Leipzig, wir fotografieren, bearbeiten und prüfen die Bilder gegen die Regeln des Marktplatzes. Erst kommen die Dateien per Download-Link, dann die Rechnung; nach Zahlungseingang senden wir die Ware zurück, und Sie erhalten die zeitlich unbefristeten und uneingeschränkten Nutzungsrechte an den Bildern.