Tethered Shooting per USB oder WiFi durchführen
Von Kevin, FotografVeröffentlicht Aktualisiert 4 Min. Lesezeit
Beim Tethered Shooting hängt die Kamera per USB oder WiFi am Rechner: Jede Aufnahme erscheint sofort groß auf dem Monitor, und die Kamera lässt sich von dort steuern. Für Produktfotos ist das der größte Gewinn an Kontrolle bei kleinstem Aufwand. Eine Speicherkarte braucht die Kamera dafür nicht.
Wo Tethered Shooting in der Produktfotografie hilft
Beim Tethered Shooting geht es um die sogenannte kabelgebundene Fotografie. Während der analogen Fotografie war die Kamera lediglich über das Synchro-Kabel mit dem Blitzlicht verbunden. Heute sieht dies jedoch ganz anders aus. Moderne Digitalkameras besitzen eine Vielzahl von Schnittstellen, die sich der Fotograf zunutze machen kann.
Insbesondere bei der Produktfotografie kann Tethered Shooting Vorteile bieten. Dabei wird diese Technik leider noch viel zu selten angewendet.
Was bedeutet Tethered Shooting?
Wörtlich übersetzt bedeutet Tethered Shooting ein kabelgebundenes Fotografieren. Hierbei wird eine moderne Digitalkamera mit einem separaten Steuergerät über USB oder WiFi verbunden. Damit lassen sich alle wichtigen Kamerafunktionen aus der Ferne steuern.
Diese Geräte können auch ein Computer mit Monitor, ein Tablet oder ein Smartphone sein. Mit dieser Technik kann direkt vom Computer aus die Digitalkamera bedient werden. Interessant ist, dass hierfür die Kamera noch nicht einmal mehr eine Speicherkarte benötigt, da die Bilder direkt auf die Festplatte des Rechners übertragen werden.
Kamera und Steuergerät sind per USB oder WiFi verbunden; die Bilder landen direkt auf dem Rechner, eine Speicherkarte ist nicht mehr nötig.

Was wird für Tethered Shooting benötigt?
- Wichtigste Voraussetzung ist eine Kamera, die eine entsprechende Fernsteuerfunktion anbietet. Dabei kann ein separater Micro-USB-Anschluss ebenso hilfreich sein, wie eine einschaltbare WiFi-Konnektivität.
- Der entfernt stehende Computer sollte diesbezüglich ebenfalls über ein WiFi-Modul verfügen bzw. über ein ausreichend langes USB-Kabel mit der Kamera verbunden sein.
- In der Bedienungsanleitung dieser Kameras sollten auch die Fernsteuerfunktionen erläutert sein.
- Wichtig ist eine geeignete Software, mit der die Kamera bedient werden kann und mit der auch die geschossenen Fotos betrachtet werden können. Verbreitet ist das kommerzielle Programm Camera Control Pro 2. Einige Kamerahersteller liefern aber auch Light-Versionen zum Testen, die im Lieferumfang enthalten sind.
- Da die Kamera von weiter entfernt bedient wird, sollte schließlich noch ein Stativ verwendet werden. Danach kann es losgehen.
| Verbindung | An der Kamera | Am Computer |
|---|---|---|
| USB | Separater Micro-USB-Anschluss | Ausreichend langes USB-Kabel zur Kamera |
| WiFi | Einschaltbare WiFi-Konnektivität | WiFi-Modul |
Tethered Shooting in der Praxis
Schritt 1: Testaufbau
In einem Test soll ein transparenter Kunststoffbeutel mit vier Kosmetikfläschchen im Inneren auf weißem Hintergrund fotografiert werden. Es ist nicht ganz so einfach, transparente Gegenstände auf weiß zu fotografieren.
Schritt 2: Ziel der Aufnahme
Beim Freistellen dieser Produkte ergeben die transparenten Bereiche einen leicht plastiklastigen gräulichen Ton, der eher störend wirkt. Ziel ist es, das Hintergrundlicht so mit dem Produkt abzustimmen, dass die Umrandungen des Beutels gut zu erkennen sind und der durchscheinende Hintergrund keinen störenden Farbton erhält.
Schritt 3: Übertragung auf den großen Bildschirm
Mithilfe des Tethered Shootings kann das Produktfoto direkt auf einen PC mit großem Bildschirm übertragen werden. Hier können die Weißtöne mithilfe einer Bildbearbeitung besonders feinfühlig abgestimmt werden, so dass ein Ausfressen der Farbe Weiß in den transparenten Bereichen des Beutels vermieden wird.
Schritt 4: Ergebnisse vergleichen
Dank der verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten der Tethered-Software kann der Fotograf nun eine Bildergalerie erstellen und sich die verschiedenen Ergebnisse auf dem Monitor sofort ansehen.
Schritt 5: LiveView und Fernsteuerung
Für viele wird es etwas ungewöhnlich sein, wenn das LiveView-Bild nicht mehr auf dem Kameradisplay erscheint, sondern auf dem heimischen TFT-Monitor. Hier wird auch das Hineinzoomen wesentlich präziser, da die Schärfenbereiche sofort erkannt werden. Mithilfe einer Funkmaus kann über den Computer die Kamera besonders einfach ferngesteuert werden.
Ein Ratschlag
Wer im Heimstudio vom Stativ aus fotografiert, achtet beim Kamerakauf darauf, dass Tethered Shooting unterstützt wird. Wer die Aufnahme lieber abgibt, findet auf der Seite Packshot-Fotografie im Studio, was das Studio übernimmt.

Warum wir im Studio angebunden fotografieren
Wir fotografieren im Studio am Rechner angebunden, weil sich Schärfe und Weißtöne auf einem Display von wenigen Zentimetern nicht beurteilen lassen. Auf dem großen Schirm sieht man den Staub auf der schwarzen Fläche sofort und nicht erst am Abend beim Sortieren, wenn die Ware längst verpackt ist.
Wir arbeiten dabei vom Stativ und lösen am Rechner aus, damit zwischen zwei Aufnahmen derselben Serie nichts verrutscht. Wer die Kamera am Auslöser anfasst, verschiebt den Ausschnitt um Millimeter. Im Kachelraster einer Kategorieseite fällt genau das auf.
Wir stellen bei transparenten und spiegelnden Artikeln das Hintergrundlicht Aufnahme für Aufnahme am angebundenen Rechner ein, statt später am Regler zu ziehen. Ein Beutel oder eine Glasflasche verzeiht das Nachziehen nicht: Wo das Weiß einmal ausgefressen ist, fehlt die Kante für den Freisteller.
Welche Entscheidungen am Set über eine ganze Serie bestimmen, beschreibt der Ratgeber Objekte fotografieren.
| Punkt | Ohne Anbindung | Tethered Shooting |
|---|---|---|
| Schärfe und Weißtöne | auf dem Kameradisplay von wenigen Zentimetern nicht zu beurteilen | am großen Monitor, Hineinzoomen präziser |
| Staub auf schwarzer Fläche | fällt erst beim Sortieren auf | sofort sichtbar |
| Auslösen | am Auslöser, der Ausschnitt verschiebt sich um Millimeter | am Rechner oder per Funkmaus |
| Speicherort | Speicherkarte | Festplatte des Rechners |
Bilder zum Beitrag
Kurz gefasst
Tethered Shooting verbindet die Kamera per USB oder WiFi mit Computer, Tablet oder Smartphone und steuert sie aus der Ferne. Nötig sind eine Kamera mit Fernsteuerfunktion, ein Rechner mit WiFi-Modul oder langem USB-Kabel, eine passende Software und ein Stativ. Die Bilder landen direkt auf der Festplatte; am großen Monitor lassen sich Weißtöne und Schärfe präzise beurteilen. Wer im Heimstudio vom Stativ aus fotografiert, achtet beim Kamerakauf auf die Unterstützung von Tethered Shooting.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Antworten auf die Fragen, die Händler und Hersteller uns am häufigsten stellen.
Was bedeutet Tethered Shooting?
Wörtlich übersetzt kabelgebundenes Fotografieren: Eine Digitalkamera wird über USB oder WiFi mit einem separaten Steuergerät verbunden, etwa einem Computer mit Monitor, einem Tablet oder einem Smartphone. Alle wichtigen Kamerafunktionen lassen sich so aus der Ferne steuern, und die Bilder werden direkt auf die Festplatte des Rechners übertragen.
Welche Ausrüstung braucht man für Tethered Shooting?
Eine Kamera mit Fernsteuerfunktion, also mit Micro-USB-Anschluss oder einschaltbarer WiFi-Konnektivität, dazu einen Computer mit WiFi-Modul oder ein ausreichend langes USB-Kabel. Wichtig ist auch eine geeignete Software, mit der die Kamera bedient und die Fotos betrachtet werden können, sowie ein Stativ, weil die Kamera von weiter entfernt bedient wird. Die Fernsteuerfunktionen erläutert die Bedienungsanleitung.
Braucht die Kamera beim Tethered Shooting eine Speicherkarte?
Nein. Die Bilder werden direkt auf die Festplatte des Rechners übertragen, sodass die Kamera nicht einmal mehr eine Speicherkarte benötigt. Das ist einer der Vorteile der Technik: Jede Aufnahme erscheint sofort auf dem großen Bildschirm, wo sich Weißtöne und Schärfebereiche genauer beurteilen lassen als auf dem Kameradisplay.
Welche Vorteile hat Tethered Shooting in der Produktfotografie?
Die Kontrolle am großen Monitor: Das Produktfoto wird direkt auf den PC übertragen, Weißtöne lassen sich besonders feinfühlig abstimmen, und das Hineinzoomen ist wesentlich präziser, weil die Schärfebereiche sofort erkannt werden. Die Tethered-Software erstellt eine Bildergalerie, in der sich verschiedene Ergebnisse sofort vergleichen lassen; mit einer Funkmaus wird die Kamera bequem ferngesteuert.
Tethered Shooting per USB oder WiFi: Was ist der Unterschied?
Beide Wege verbinden die Kamera mit dem Steuergerät, unterscheiden sich aber in der Hardware: Per USB braucht die Kamera einen separaten Micro-USB-Anschluss und der Computer ein ausreichend langes USB-Kabel. Per WiFi braucht die Kamera eine einschaltbare WiFi-Konnektivität und der Computer ein WiFi-Modul. Welche Variante die Kamera unterstützt, steht in der Bedienungsanleitung.
Warum hilft Tethered Shooting bei transparenten Produkten?
Weil die Weißtöne am großen Bildschirm feinfühlig abgestimmt werden können. Transparente Bereiche, etwa eines Kunststoffbeutels vor weißem Hintergrund, bekommen beim Freistellen leicht einen gräulichen Ton; Ziel ist, Hintergrundlicht und Produkt so abzustimmen, dass die Umrandung erkennbar bleibt und das Weiß in den durchscheinenden Bereichen nicht ausfrisst. Am Monitor lässt sich das sofort kontrollieren.
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