Tethered Shooting per USB oder WiFi durchführen

Foto Linse realistisch tethered shooting

Beim Tethered Shooting geht es um die sogenannte kabelgebundene Fotografie. Während der analogen Fotografie war die Kamera lediglich über das Synchro-Kabel mit dem Blitzlicht verbunden. Heute sieht dies jedoch ganz anders aus. Moderne Digitalkameras besitzen eine Vielzahl von Schnittstellen, die sich der Fotograf zunutze machen kann.

Insbesondere bei der Produktfotografie kann Tethered Shooting Vorteile bieten. Dabei wird diese Technik leider noch viel zu selten angewendet.

Was bedeutet Tethered Shooting?

Wörtlich übersetzt bedeutet Tethered Shooting ein kabelgebundenes Fotografieren. Hierbei wird eine moderne Digitalkamera mit einem separaten Steuergerät über USB oder WiFi verbunden. Damit lassen sich alle wichtigen Kamerafunktionen aus der Ferne steuern.

Diese Geräte können auch ein Computer mit Monitor, ein Tablet oder ein Smartphone sein. Mit dieser Technik kann direkt vom Computer aus die Digitalkamera bedient werden. Interessant ist, dass hierfür die Kamera noch nicht einmal mehr eine Speicherkarte benötigt, da die Bilder direkt auf die Festplatte des Rechners übertragen werden.

Was wird für Tethered Shooting benötigt?

Wichtigste Voraussetzung ist eine Kamera, die eine entsprechende Fernsteuerfunktion anbietet. Dabei kann ein separater Micro-USB-Anschluss ebenso hilfreich sein, wie eine einschaltbare WiFi-Konnektivität.

Der entfernt stehende Computer sollte diesbezüglich ebenfalls über ein WiFi-Modul verfügen bzw. über ein ausreichend langes USB-Kabel mit der Kamera verbunden sein.

In der Bedienungsanleitung dieser Kameras sollten auch die Fernsteuerfunktionen erläutert sein.

Wichtig ist eine geeignete Software, mit der die Kamera bedient werden kann und mit der auch die geschossenen Fotos betrachtet werden können. Sehr beliebt ist das kommerzielle Programm Camera Control Pro 2. Einige Kamerahersteller liefern aber auch Light-Versionen zum Testen, die im Lieferumfang enthalten sind.

Da die Kamera von weiter entfernt bedient wird, sollte schließlich noch ein Stativ verwendet werden. Danach kann es losgehen.

Tethered Shooting in der Praxis

In einem Test soll ein transparenter Kunststoffbeutel mit vier Kosmetikfläschchen im Inneren auf weißem Hintergrund fotografiert werden. Es ist nicht ganz so einfach, transparente Gegenstände auf weiß zu fotografieren.

Beim Freistellen dieser Produkte ergeben die transparenten Bereiche einen leicht plastiklastigen gräulichen Ton, der eher störend wirkt. Ziel ist es, das Hintergrundlicht so mit dem Produkt abzustimmen, dass die Umrandungen des Beutels gut zu erkennen sind und der durchscheinende Hintergrund keinen störenden Farbton erhält.

Mithilfe des Tethered Shootings kann das Produktfoto direkt auf einen PC mit großem Bildschirm übertragen werden. Hier können die Weißtöne mithilfe einer Bildbearbeitung besonders feinfühlig abgestimmt werden, so dass ein Ausfressen der Farbe Weiß in den transparenten Bereichen des Beutels vermieden wird.

Dank der verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten der Tethered-Software kann der Fotograf nun eine Bildergalerie erstellen und sich die verschiedenen Ergebnisse auf dem Monitor sofort ansehen.

Für viele wird es etwas ungewöhnlich sein, wenn das LiveView-Bild nicht mehr auf dem Kameradisplay erscheint, sondern auf dem heimischen TFT-Monitor. Hier wird auch das Hineinzoomen wesentlich präziser, da die Schärfenbereiche sofort erkannt werden.

Mithilfe einer Funkmaus kann über den Computer die Kamera besonders einfach ferngesteuert werden.

Ein Ratschlag

Wer im Heimstudio Produktfotos von einem Stativ aus erstellen möchte, der sollte beim Kauf einer neuen Kamera darauf achten, dass Tethered Shooting unterstützt wird. Die neuen Möglichkeiten einer ferngesteuerten Kamera kommen in der Produktfotografie besonders gut zum Tragen.