Produktfotografie

Wie läuft ein Produktfoto-Auftrag ab, vom Einsenden der Ware bis zur Lieferung der Dateien?

Von Max, Leitung KundenbetreuungVeröffentlicht Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Sieben Schritte, immer in derselben Reihenfolge: Anfrage, Versand der Ware, Aufnahme, Bearbeitung, Lieferung der Dateien, Freigabe, Rückversand. Wer Produkte fotografieren lassen möchte, muss dafür nicht ins Studio kommen; die Ware reist per Paket, die Abstimmung läuft per E-Mail, Telefon oder Videocall, und am Ende liegen Bildsatz und Datenpaket zum Download bereit.

Die sieben Schritte vom Paket bis zum Download

  1. Schritt 1: Anfrage

    Sie nennen Warengruppe, Stückzahl, Zielkanal und Wunschtermin, gern mit einem Handyfoto der Ware oder einem Listing als Vorbild. Das Studio antwortet mit einem Vorschlag für Ansichten und Bearbeitung und einem Angebot mit Preis pro Bild.

  2. Schritt 2: Versand der Ware

    Nach Ihrer Freigabe schicken Sie die Artikel mit Packliste ins Studio; jede Position trägt die Artikelnummer, Varianten sind einzeln gekennzeichnet. Wer in der Nähe ist, bringt die Ware vorbei.

  3. Schritt 3: Aufnahme

    Bei Serien wird zuerst ein Testartikel fotografiert und mit Ihnen abgestimmt: Ausschnitt, Schatten, Farbe, Reihenfolge der Ansichten. Danach läuft die Serie im festen Setup, damit alle Artikel einer Kategorie zusammenpassen.

  4. Schritt 4: Bearbeitung

    Freistellung, Farbabgleich am Originalmuster, Retusche von Staub und Kratzern, Ableitungen je Kanal. Vor der Lieferung wird der Bildsatz gegen die Bildregeln des Zielmarktplatzes geprüft: Hintergrund, Füllgrad, Auflösung, Pflichtansichten.

  5. Schritt 5: Lieferung der Dateien

    Download über einen persönlichen Link per E-Mail, 30 Tage gültig, mit Dateinamen nach Ihrem Schema, Formaten je Kanal und Zuordnungsliste. Die Rechnung kommt nach der Lieferung.

  6. Schritt 6: Freigabe

    Sie sichten den Bildsatz und melden gesammelt, was nicht passt. Korrekturen an Freisteller, Farbe oder Ausschnitt werden direkt abgestimmt; bei Serien fängt der Testartikel die meisten Punkte vorher ab.

  7. Schritt 7: Rückversand

    Die Ware bleibt bis zum Zahlungseingang bei uns im Lager. Danach senden wir sie Ihnen versichert per DHL zurück, und Sie erhalten die zeitlich unbefristeten und uneingeschränkten Nutzungsrechte an den Bildern. Ein DHL-Retourenlabel können Sie mit ins Paket legen, sonst stehen die Rücksendekosten auf der Rechnung.

Wer macht was: die Aufgabenverteilung

Die Tabelle zeigt, dass der größte Teil Ihrer Arbeit vor dem Versand liegt: Packliste, Kennzeichnung und Briefing. Danach reduziert sich Ihr Anteil auf zwei Freigaben, die des Testartikels und die des Bildsatzes. Alles dazwischen, vom Wareneingang bis zur Zuordnungsliste, läuft im Studio ohne Ihr Zutun; Rückfragen werden gebündelt gestellt, nicht einzeln.

Jede Sendung nehmen wir im Wareneingang aus dem Karton und legen sie neben die Packliste, Position für Position. Fehlt ein Zubehörteil, ist eine Variante nicht beschriftet oder liegen zwei Farben ohne Unterscheidung im selben Beutel, sammeln wir das und fragen in einer Mail nach, nicht in fünf. Packliste mit Artikelnummern, gekennzeichnete Varianten und ein Ansprechpartner für Rückfragen: Mehr braucht das Studio von Ihnen nicht, bis der Testartikel zur Freigabe kommt. Setup, Licht, Serie und die Prüfung gegen die Marktplatzregeln laufen im Haus.

Vier schwarze Köderboxen mit Schlüsseln und Warnaufklebern, Packshot vor Weiß

Ablauf im Studio ansehen

SchrittSieStudio
AnfrageWarengruppe, Stückzahl, Zielkanal, Wunschtermin, Vorbild-ListingVorschlag für Ansichten, Angebot mit Preis pro Bild, Termin
VersandWare sauber und vollständig, Packliste mit Artikelnummern, Varianten gekennzeichnetWareneingang prüfen, Abgleich mit der Packliste, Rückfragen bündeln
AufnahmeTestartikel freigeben, Ansprechpartner für Rückfragen benennenSetup, Licht, Ausschnitt, Serie im gleichen Stand
BearbeitungFarbmuster oder Originalprodukt für den Abgleich bereitstellenFreistellung, Retusche, Farbabgleich, Prüfung gegen Marktplatzregeln
LieferungDownload, Import in Shop oder MarktplatzDateinamen, Formate, Zuordnungsliste, Archiv der Rohdaten
FreigabeBildsatz sichten, Korrekturen gesammelt meldenKorrekturen umsetzen, Version dokumentieren
RückversandRücksendeadresse bestätigen, DHL-Retourenlabel beilegen oder Kosten auf der RechnungVerpacken, versichert per DHL versenden, Sendungsnummer mitteilen
Der Upload in Shop oder Marktplatz bleibt bei Ihnen; das Datenpaket bereitet die Importfelder vor.

Was Sie vor der Anfrage klären sollten

Drei Angaben genügen für ein erstes Angebot: Warengruppe, Stückzahl und Zielkanal. Alles Weitere lässt sich im Gespräch klären, spart aber Zeit, wenn es vorher feststeht:

  • Welche Ansichten je Artikel: Hauptbild, Rückseite, Seiten, Details, Maßbild, Verpackung, Typenschild
  • Welcher Hintergrund und welches Seitenverhältnis: reines Weiß für Marktplätze, Shopdesign für den eigenen Shop
  • Wie die Dateien heißen sollen und in welchen Formaten sie gebraucht werden
  • Ob ein Farbmuster oder das Originalprodukt zum Farbabgleich mitkommt
  • Wer im Haus Rückfragen während der Aufnahme beantwortet
Blauer Schalensessel auf verchromtem Drahtgestell, freigestellt vor Weiß mit weichem Schatten

Wie Sie Ware und Briefing vorbereiten, steht ausführlich im Beitrag Produkte für das Fotoshooting vorbereiten.

Wie lange dauert ein Auftrag, wenn Sie Produkte fotografieren lassen?

Das hängt von Stückzahl, Ansichten und Bearbeitungstiefe ab, und davon, wie schnell Testartikel und Bildsatz freigegeben werden. Ein Studio, das mit Serien arbeitet, nennt den Termin im Angebot und plant die Aufnahme nach Wareneingang; feste Tagesangaben ohne Kenntnis der Ware sind wenig wert.

Roter Stoffturnschuh mit weißer Sohle und Schnürsenkeln, schwebend freigestellt mit Schatten
Schwebend freigestellt mit Schatten: ein Beispiel für Bearbeitungstiefe.

Wir beobachten, dass die längste Wartezeit nicht im Studio entsteht, sondern zwischen den Schreibtischen: bei fehlender Ware, unklaren Varianten und Freigaben, die auf eine Abstimmung im Haus warten. Wer eine Frist hat, etwa einen Listing-Start oder einen Saisonbeginn, nennt sie in der Anfrage. Dann planen wir die Reihenfolge der Artikel danach und geben den Bildsatz in Teillieferungen frei, statt alles bis zum Schluss zu sammeln.

Was den Ablauf verzögert

  • Unvollständige Sendungen: fehlende Zubehörteile, Etiketten oder Verpackungen, die mit ins Bild sollen
  • Varianten ohne Kennzeichnung: Farben und Größen, die sich im Studio nicht zuordnen lassen
  • Ansichten, die erst nach der Aufnahme festgelegt werden, weil dann neu aufgebaut werden muss
  • Ware, die geknittert, verschmutzt oder beschädigt ankommt und erst gerichtet werden muss
  • Freigaben, die in mehreren Runden und von mehreren Personen kommen, statt gesammelt

Wir sehen zwei dieser Punkte besonders oft. Das eine sind Varianten, die sich im Studio nicht auseinanderhalten lassen, weil zwei ähnliche Farbtöne ohne Etikett im selben Beutel liegen. Das andere ist Bekleidung, die geknittert ankommt und vor der Aufnahme erst gedämpft werden muss. Beides kostet mehr Zeit als das Fotografieren. Verzögerungen entstehen durch unvollständige Sendungen, unklare Varianten und späte Freigaben, nicht durch die Aufnahme selbst. Wie Sie Kleidung, Verpackungen und Kleinteile so vorbereiten, dass diese Runde entfällt, steht im Beitrag Produkte für das Fotoshooting vorbereiten.

Milchbehälter eines Kaffeevollautomaten mit Deckel neben seiner Faltschachtel, Packshot vor Weiß

Preise ansehen

So läuft es bei uns

Wir fassen die sieben Schritte in fünf Stationen zusammen: Anfrage, Einsenden, Aufnahme mit Testartikel, Bearbeitung und Prüfung, Lieferung mit Datenpaket und Rückversand. Wir stellen bei Serien immer einen Testartikel vor die Menge, weil eine Rückfrage zu Ausschnitt oder Schatten am ersten Artikel einmal geklärt wird, an der fertigen Serie dagegen jedes Bild noch einmal anfassen bedeutet. Was in jeder Station passiert, steht auf der Seite Ablauf der Produktfotografie. Was der Bildsatz je Artikel umfasst, zeigen die Preise pro Bild, und wie ein Packshot im Studio entsteht, die Seite Packshot-Fotografie im Studio. Die Ware kommt per Paket aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Studio nach Leipzig. Ein Besuch ist möglich, aber nicht nötig.

Goldener Armreif mit Steinbesatz zweimal vor Weiß, links ohne Schatten, rechts mit weichem Schatten unter dem Reif
Links ohne, rechts mit Schatten: Solche Fragen klärt der Testartikel vor der Serie.

Warengruppe, Stückzahl und Zielkanal genügen für den ersten Schritt.

Anfrage senden

Kurz gefasst

Sieben Schritte: Anfrage, Versand, Aufnahme, Bearbeitung, Lieferung, Freigabe, Rückversand. Sie müssen nicht ins Studio kommen; Ware und Bilder reisen per Paket und Download. Der Testartikel vor der Serie klärt Ausschnitt, Schatten und Farbe, bevor die Menge läuft. Am längsten dauert es, wenn Ware, Varianten oder Freigaben fehlen, nicht die Aufnahme selbst. Für den ersten Schritt genügen Warengruppe, Stückzahl und Zielkanal.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Antworten auf die Fragen, die Händler und Hersteller uns am häufigsten stellen.

  • Muss ich für Produktfotos ins Studio kommen?

    Nein. Die meisten Aufträge laufen komplett per Paket: Sie schicken die Ware mit Packliste, die Abstimmung läuft per E-Mail, Telefon oder Videocall, die Bilder kommen als Download, die Ware per Rückversand. Wer bei der Aufnahme dabei sein möchte, vereinbart einen Termin; für Serien nach freigegebenem Testartikel ist das nicht nötig.

  • Soll ich vorab ein Foto meiner Produkte schicken?

    Ja, ein Handyfoto reicht. Es zeigt Größe, Oberfläche und Besonderheiten wie Glanz, Transparenz oder Kleinteile und macht das Angebot genauer, weil das Studio Setup und Bearbeitung besser einschätzen kann. Ein Link zu einem Listing, das Ihnen als Vorbild dient, ist ebenso hilfreich wie das Foto.

  • Wie schicke ich meine Produkte ein?

    Per Paketdienst an die Studioadresse, mit einer Packliste, in der jeder Artikel mit Artikelnummer und Variante steht. Ware sauber, vollständig und mit allem, was ins Bild soll: Zubehör, Etiketten, Verpackung. Empfindliche oder wertvolle Artikel vermerken Sie auf der Packliste, damit Wareneingang und Lagerung darauf eingestellt sind.

  • Was passiert mit meiner Ware nach dem Shooting?

    Sie bleibt bis zum Zahlungseingang bei uns im Lager, damit Nachaufnahmen ohne zweiten Versand möglich sind, und geht danach versichert per DHL zurück. Ein DHL-Retourenlabel können Sie mit ins Paket legen, sonst stehen die Rücksendekosten auf der Rechnung. Zwischen Aufnahme und Rückversand lagert die Ware verpackt und über die Packliste zugeordnet. Vor dem Versand bestätigen Sie Rücksendeadresse und Versandart, danach erhalten Sie die Sendungsnummer.

  • Wie viele Korrekturen sind üblich?

    Bei Serien wenige, weil der Testartikel Ausschnitt, Schatten und Farbe vorher klärt. Üblich ist eine gesammelte Korrekturrunde nach der Sichtung des Bildsatzes; was danach als neue Anforderung gilt, etwa zusätzliche Ansichten, sollte das Angebot benennen. Sammeln Sie Korrekturen in einer Liste je Artikelnummer, das beschleunigt die Umsetzung.

  • Wie bekomme ich die fertigen Dateien?

    Als Download über einen persönlichen Link, den Sie per E-Mail bekommen und der 30 Tage gilt: alle Dateien als ZIP oder einzeln, mit Dateinamen nach Ihrem Schema, Formaten je Kanal und einer Zuordnungsliste für den Import. Rohdaten bleiben im Studio archiviert, damit später Ansichten nachgeliefert werden können; wenn Sie sie brauchen, sprechen Sie das vorab an.

  • Kann ich Produkte professionell fotografieren lassen, ohne Vorwissen zu haben?

    Ja. Sie brauchen nur Warengruppe, Stückzahl und Zielkanal; Ansichten, Hintergrund, Seitenverhältnis und Formate schlägt das Studio anhand der Marktplatzregeln vor. Ein Listing, das Ihnen gefällt, ersetzt jedes Fachvokabular. Der Testartikel vor der Serie sorgt dafür, dass Sie das Ergebnis sehen, bevor die Menge produziert wird.

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