Produkte fürs Fotoshooting vorbereiten: Worauf achten Sie bei Ware und Briefing?
Von Max, Leitung KundenbetreuungVeröffentlicht Aktualisiert 6 Min. Lesezeit
Erst das Briefing, dann die Ware. Worauf Sie bei der Vorbereitung für die Produktfotografie achten müssen, steht in vier Worten: sauber, geglättet, vollständig, je Variante gekennzeichnet. Alles Weitere entscheiden die Warengruppe und der Zielkanal, der die Ansichten festlegt.
Warum die Vorbereitung über das Ergebnis entscheidet
Ein Fussel auf schwarzem Stoff, ein Fingerabdruck auf einer Flasche, eine Knitterfalte im Hemd: Alles lässt sich retuschieren, aber jede Retusche kostet Zeit, und Zeit wird im Preis pro Bild sichtbar. Dazu kommt, was sich nicht retuschieren lässt: ein fehlendes Zubehörteil, eine Variante, die sich nicht zuordnen lässt, eine Ansicht, an die niemand gedacht hat. Die Vorbereitung entscheidet deshalb stärker über Aufwand und Ergebnis als die Kamera.
Wir sehen im Wareneingang immer dieselben Kleinigkeiten: Preisetiketten am Riemen, Sicherungsfäden im Stoff, ein Paar Schuhe, von dem nur einer im Paket liegt. Nichts davon ist dramatisch, jedes kostet einen Arbeitsschritt, den niemand eingeplant hat.

Die Reihenfolge lautet: erst das Briefing, dann die Ware. Wer weiß, welche Ansichten und welcher Kanal gebraucht werden, packt anders ein, etwa mit Verpackung, Typenschild und Zubehör.
Das Briefing: zehn Felder, die ein Studio vor der ersten Aufnahme braucht
Ein Briefing muss nicht lang sein, aber vollständig. Diese zehn Felder decken ab, was ein Studio vor der ersten Aufnahme wissen muss:
Wir klären von diesen zehn Feldern zuerst den Zielkanal, weil Ansichten, Zuschnitt, Format und Dateiname daran hängen. Fehlt er, entsteht ein Bildsatz, der später neu zugeschnitten wird. Was nach dem Briefing folgt, beschreibt der Ratgeber Ablauf eines Produktfotografie-Auftrags.

| Feld | Was hineingehört | Beispiel |
|---|---|---|
| Zielkanal | Marktplatz oder Shop, für den die Bilder bestimmt sind; bei mehreren der strengste zuerst | Amazon und eigener Shop; Amazon-Regeln als Maß |
| Ansichten je Artikel | Liste der Perspektiven in fester Reihenfolge | 01 Front, 02 Rückseite, 03 Seite, 04 Detail Verschluss, 05 Verpackung |
| Hintergrund und Zuschnitt | Reinweiß oder Freisteller, Schatten ja oder nein, Seitenverhältnis, Füllgrad | Reinweiß, weicher Bodenschatten, quadratisch, Produkt füllt den Rahmen mit Reserve |
| Vorbild | Link zu einem Listing oder Bild, das dem gewünschten Ergebnis entspricht | Listing eines Artikels aus Ihrer Kategorie mit passender Bildsprache |
| Varianten | Wie Farben, Größen und Sets zusammenhängen und welche Ansichten je Variante nötig sind | Fünf Farben, je Farbe Front und Detail, Rückseite nur einmal |
| Namensschema | Aufbau der Dateinamen mit Artikelnummer und Ansicht | 4711-schwarz-01.jpg |
| Formate | Dateiformat, Farbraum, Größe je Kanal | JPG in sRGB mit 3.000 px für den Marktplatz, WebP mit 2.048 px für den Shop |
| Bearbeitung | Standard oder Zusatz: Retusche von Gebrauchsspuren, Farbabgleich am Muster, Montage | Fingerabdrücke entfernen, Farbe am beigelegten Muster abgleichen |
| Besonderheiten | Empfindliche Ware, Sicherheitshinweise, Rückversand, Termine | Glas, zwei Exemplare beigelegt; Rückversand versichert |
| Ansprechpartner | Wer Rückfragen während der Aufnahme beantwortet | Name, Telefon, E-Mail, erreichbar am Aufnahmetag |
Welche Produktansichten gehören in den Bildsatz?
Die Ansichten legt der strengste Zielkanal fest. Zalando verlangt für Bekleidung, Schuhe, Taschen und Schmuck drei konforme Bilder, Kaufland empfiehlt fünf bis zehn Bilder mit Perspektiven und Details, Amazon ein Hauptbild vor Reinweiß plus Zusatzbilder (Hilfeseiten, Abruf 20.09.2026). Ein Bildsatz, der diese Kanäle abdeckt, besteht in der Regel aus:
- Hauptbild: Front vor Reinweiß, Produkt füllt den Rahmen nach Kanalregel
- Rückseite und Seiten, bei Textilien auch die Innenansicht am Hollowman
- Detail: Verschluss, Material, Naht, Gravur, Bedienelement
- Maßbild oder Größenvergleich, wo die Größe nicht aus dem Bild hervorgeht
- Verpackung und Lieferumfang, damit klar ist, was der Kunde erhält
- Typenschild, Warnhinweise und Kennzeichnungen für die Pflichtangaben der Produktsicherheitsverordnung
Legeware, also flach gelegte Textilien, Handtücher oder Accessoires, braucht dieselbe Vorbereitung wie Ware auf der Puppe: geglättet, gleich gefaltet, mit allen Varianten. Wie die Aufnahme als Raster mit gleichem Ausschnitt entsteht, zeigt die Seite Legeware fotografieren lassen.

Produktfotografie: worauf Sie je Warengruppe bei der Ware achten müssen
Sauber, geglättet, vollständig und gekennzeichnet: Was je Warengruppe vor dem Versand geschieht, spart Retusche und Rückfragen im Studio.
Wir erhalten Textilien meist zerknittert aus dem Lager und dämpfen sie vor der Aufnahme, weil jede Falte sonst in die Retusche wandert. Bei Schmuck arbeiten wir ab dem Polieren mit Handschuhen; ein Fingerabdruck auf Metall ist schneller gesetzt als entfernt.

| Warengruppe | Vor dem Versand | Mitschicken | Typische Fehler |
|---|---|---|---|
| Bekleidung | Bügeln oder dämpfen, Fussel und Fäden entfernen, Etiketten glatt legen, Knöpfe und Reißverschlüsse prüfen | Alle Farbvarianten, eine Größe, die auf der Puppe sitzt, Gürtel und Zubehör | Geknitterte Ware, Sicherungsfäden im Stoff, Größen, die auf der Hollowman-Puppe nicht sitzen |
| Schuhe und Taschen | Sohlen und Kanten reinigen, Schnürsenkel neu einziehen, Form mit Papier oder Spanner stützen | Paar komplett, Staubbeutel und Verpackung, wenn sie ins Bild sollen | Einzelne Schuhe, eingedrückte Taschen, Preisetiketten am Riemen |
| Schmuck und Uhren | Polieren, Fingerabdrücke vermeiden, in Beuteln oder Etuis transportieren, Zeigerstellung vereinbaren | Verschlüsse, Ketten in voller Länge, Etuis nur, wenn sie ins Bild sollen | Kratzer auf Metall, Staub in Fassungen, Uhren mit leerer Batterie |
| Kosmetik und Flaschen | Etiketten gerade, Siegel intakt, Oberflächen fettfrei, zwei Exemplare bei Glas | Verpackung, Umkarton, Inhalt für ein Anwendungsbild, wenn gewünscht | Verschmierte Etiketten, Luftblasen im Inhalt, nur ein Exemplar bei Bruchgefahr |
| Elektronik und Technik | Schutzfolien entfernen oder bewusst belassen, Displays reinigen, Akku geladen für die eingeschaltete Ansicht | Kabel, Netzteil, Fernbedienung, Anleitung, Typenschild lesbar | Fingerabdrücke auf Displays, fehlendes Zubehör, sichtbare Seriennummer, die unkenntlich sein soll |
| Lebensmittel und Verpackungen | Unbeschädigte Verpackung wählen, Haltbarkeit prüfen, gekühlte Ware ankündigen | Zwei bis drei Exemplare, Inhalt für ein Anwendungsbild, Nährwertseite lesbar | Dellen im Karton, gequetschte Beutel, verblasste Farben durch Lichteinfluss |
| Möbel und sperrige Ware | Montiert oder mit Anleitung, Schutzfolien vor Ort entfernbar, Maße und Gewicht vorab melden | Montagematerial, Füße, Kissen, Farbmuster des Bezugs | Transportschäden, fehlende Montageteile, Ware, die nicht durch die Studiotür passt |
| Kleinteile und Sets | Teile je Set sortiert und beschriftet, Mengen je Set festgelegt | Ein vollständiges Set je Variante, Zuordnungsliste | Lose Teile ohne Zuordnung, Sets mit fehlenden Einzelteilen |
Verpacken und versenden
Packliste, Einzelverpackung, Polsterung und eine Ankündigung per E-Mail machen den Wareneingang im Studio planbar; Verpackung und Zubehör kommen mit, wenn sie ins Bild gehören.

Schritt 1: Packliste erstellen
Packliste mit Artikelnummer, Variante, Stückzahl und Hinweisen je Position; eine Kopie ins Paket, eine per E-Mail
Schritt 2: Einzeln verpacken
Jeden Artikel einzeln verpackt und beschriftet, Sets zusammengehalten
Schritt 3: Empfindliches polstern
Empfindliche Ware gepolstert, Glas und Keramik doppelt, Schmuck in Beuteln
Schritt 4: Zweites Exemplar beilegen
Zwei Exemplare bei Bruchgefahr oder Verbrauchsware, damit ein Ausfall die Serie nicht stoppt
Schritt 5: Sendung ankündigen
Ankündigung per E-Mail mit Sendungsnummer und Zahl der Pakete
Schritt 6: Rückversand festlegen
Rücksendeadresse und gewünschte Versandart bereits in der Packliste
Häufige Fehler bei der Vorbereitung
- Ansichten erst nach der Aufnahme festlegen: Dann fehlt eine Perspektive, und der Artikel muss neu aufgebaut werden.
- Varianten ohne Kennzeichnung schicken: Farbnamen wie Nachtblau und Marine sind im Studio nicht sicher unterscheidbar.
- Ware direkt aus dem Lager: Staub, Knicke und Preisetiketten kosten Retusche, die im Preis sichtbar wird.
- Kein Farbmuster: Ohne Referenz wird die Farbe nach Bildschirm beurteilt, und Farbabweichung ist ein häufiger Retourengrund.
- Zubehör und Verpackung vergessen, obwohl sie laut Zielkanal ins Bild gehören.
Was nach dem Versand passiert, vom Wareneingang bis zum Rückversand, beschreibt die Seite Ablauf der Produktfotografie Schritt für Schritt.
Schicken Sie uns Ihr Briefing; wir prüfen es vor dem Versand der Ware auf Lücken.
Briefing sendenKurz gefasst
Vorbereitung entscheidet über Aufwand und Ergebnis: sauber, geglättet, vollständig, gekennzeichnet. Das Briefing kommt vor der Ware und legt Zielkanal, Ansichten, Zuschnitt, Namensschema und Formate fest. Die Ansichten richten sich nach dem strengsten Kanal; Zalando verlangt drei, Kaufland empfiehlt fünf bis zehn (Stand 20.09.2026). Packliste, Varianten-Kennzeichnung und Farbmuster verhindern die häufigsten Rückfragen. Zubehör, Verpackung und Typenschild gehören mit ins Paket, wenn sie ins Bild sollen.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Antworten auf die Fragen, die Händler und Hersteller uns am häufigsten stellen.
Muss ich Kleidung vor dem Fotoshooting bügeln?
Ja, oder zumindest dämpfen. Knitterfalten lassen sich zwar retuschieren, aber jede Falte kostet Bearbeitungszeit, die im Preis pro Bild landet, und Retusche verändert die Struktur des Stoffs. Gebügelte, fusselfreie Ware mit glatt liegenden Etiketten kommt auf der Puppe oder als Legeware ohne Nacharbeit ins Bild.
Welche Produktansichten braucht ein Artikel?
Das Hauptbild vor Reinweiß plus die Ansichten des strengsten Zielkanals: Zalando verlangt drei konforme Bilder für Mode und Schmuck, Kaufland empfiehlt fünf bis zehn (Hilfeseiten, Abruf 20.09.2026). Legen Sie die Liste vor dem Versand fest, denn Rückseite, Detail, Maßbild, Verpackung und Typenschild für die Pflichtangaben entscheiden darüber, was mit ins Paket muss.
Was gehört in ein Briefing für Produktfotografie?
Zielkanal, Ansichten je Artikel in fester Reihenfolge, Hintergrund und Zuschnitt, ein Vorbild-Listing, die Logik der Varianten, das Namensschema, Formate je Kanal, Bearbeitungswünsche, Besonderheiten der Ware und ein Ansprechpartner für Rückfragen. Die Vorlage oben deckt diese zehn Felder ab und passt in eine E-Mail.
Soll ich Verpackung und Zubehör mitschicken?
Ja, wenn sie ins Bild gehören oder Teil des Lieferumfangs sind. Marktplätze verlangen, dass das Bild zeigt, was der Kunde erhält, und Kunden reklamieren, was auf dem Bild war, aber nicht im Paket. Auch Typenschild und Verpackung mit Herstellerangaben sollten mitkommen, wenn die Pflichtangaben fotografiert werden sollen.
Wie kennzeichne ich Varianten richtig?
Mit Artikelnummer und Variantenname an jedem Stück, etwa als Anhänger oder Aufkleber auf der Verpackung, und derselben Bezeichnung in der Packliste und im Namensschema. Farbnamen allein reichen nicht, weil sich ähnliche Töne im Studio nicht sicher unterscheiden lassen. Sets werden zusammengehalten und als Set gekennzeichnet.
Brauche ich ein Farbmuster?
Für farbkritische Ware ja: Textilien, Kosmetik, Möbelbezüge, Lack. Das Studio gleicht die Farbe am Originalprodukt oder an einem Muster ab; ohne Referenz wird nach Bildschirm beurteilt, und Farbabweichung gehört zu den häufigen Retourengründen. Ein Stück der Serie als Referenz genügt; es wird mit zurückgeschickt.
Was passiert, wenn ein Artikel beschädigt ankommt?
Das Studio meldet es beim Wareneingang mit Foto, bevor fotografiert wird; Sie entscheiden, ob ein Ersatz nachkommt, die Retusche den Schaden abdeckt oder der Artikel ausgelassen wird. Deshalb lohnen ein zweites Exemplar bei Bruchgefahr und eine Packliste, gegen die der Wareneingang geprüft wird.
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