Textilfotografie: Wie Sie Textilien und Heimtextilien als Legeware, Hollowman und Detail fotografieren
Von Kevin, FotografVeröffentlicht Aktualisiert 6 Min. Lesezeit
In der Textilfotografie werden Textilien als Legeware fotografiert, wenn Fläche, Muster und Faltung das Produkt erklären (Bettwäsche, Handtücher, Schals, T-Shirts); als Hollowman, wenn Schnitt und Passform zählen; und als Detail, wenn Stoffstruktur, Naht und Griff die Kaufentscheidung tragen. Ein festes Raster, eine senkrechte Kamera und gleichbleibendes Licht machen aus hundert Artikeln eine einheitliche Serie.
Textilfotografie je Warengruppe: Legeware, Hollowman oder Detail
Die Aufnahmeart folgt der Frage, die der Kunde vor dem Kauf stellt: Wie sieht es aus, wie sitzt es, wie fühlt es sich an.

| Warengruppe | Legeware (liegend, von oben) | Hollowman (Puppe) | Detail (Struktur) |
|---|---|---|---|
| T-Shirts, Blusen, Hemden | Hauptbild im Raster, Ärmel nach hinten gefaltet; bei Zalando als Packshot zulässig | Für Schnitt, Kragen und Fall; bei Amazon Hauptbild am Model, Puppe als Zusatzbild | Stoffbild, Nahtdetail, Knopf |
| Hosen, Röcke | Gefaltet oder gestreckt liegend; Bund und Länge lesbar | Zeigt Beinform, Sitz und Länge | Bund, Reißverschluss, Saum |
| Strick, Pullover | Liegend mit sichtbarer Maschenstruktur | Für Volumen und Fall | Makro der Masche, Bündchen |
| Unterwäsche, Socken, Strumpfhosen | Standard: liegend im Raster | Selten nötig | Bündchen, Spitze, Gewebe |
| Bettwäsche | Set gestapelt oder gefaltet mit Kissenbezug obenauf; Muster flach | Nicht anwendbar | Verschluss (Knopf, Reißverschluss), Webart |
| Handtücher, Frottee | Gestapelt oder gerollt, Bordüre sichtbar | Nicht anwendbar | Makro der Schlinge, Kante |
| Vorhänge, Gardinen | Liegend nur für das Muster; hängend vor Licht für die Transparenz | Nicht anwendbar | Faltenband, Ösen, Stoff im Gegenlicht |
| Decken, Plaids, Kissen | Gefaltet mit sichtbarer Kante und Fransen; Kissen frontal | Nicht anwendbar | Oberfläche, Naht, Füllung |
Ablauf: Textilien als Legeware fotografieren
Vorbereiten, Raster, Faltvorlage, Licht, Testartikel, Bearbeitung: Der Ablauf ist für das erste und das letzte Teil der Serie derselbe.

Schritt 1: Vorbereiten
Dämpfen oder bügeln, Fussel und Fäden entfernen, Etiketten und Aufhänger abnehmen, jede Farbvariante mit Artikelnummer kennzeichnen. Knitter, die im Studio übersehen werden, kosten später Retuschezeit oder bleiben im Bild.
Schritt 2: Raster festlegen
Wir legen auf dem Legetisch Außenkante, Mittelachse und die Position je Warengruppe fest; die Kamera hängt senkrecht darüber an einer Säule, Abstand und Brennweite bleiben über die ganze Serie gleich. Das Raster ist der Grund, warum hundert T-Shirts später in der Kategorieansicht gleich groß und gleich ausgerichtet erscheinen.
Schritt 3: Falten nach Vorlage
Jede Warengruppe hat eine Faltvorlage: T-Shirt mit Ärmeln nach hinten und leicht geöffnetem Kragen, Hose mit Bund oben und Beinen parallel, Handtuch gedrittelt mit Bordüre nach vorn, Bettwäsche als Set mit Kissenbezug obenauf. Die Vorlage liegt als Referenzbild am Tisch.
Schritt 4: Licht setzen
Zwei große Lichtflächen symmetrisch links und rechts über dem Tisch geben eine gleichmäßige, schattenarme Ausleuchtung für das Hauptbild. Für das Strukturbild kommt ein flaches Streiflicht von einer Seite dazu, das Maschen, Schlingen und Webart plastisch macht. Die Farbe wird an Graukarte und Farbkarte eingemessen.
Schritt 5: Aufnehmen mit Testartikel
Der erste Artikel jeder Warengruppe legt Faltung, Position und Licht fest und wird freigegeben, bevor die Serie läuft. Danach wird tethered fotografiert: Jedes Bild erscheint sofort am Monitor, Position und Symmetrie werden am Raster kontrolliert.
Schritt 6: Bearbeiten, prüfen, liefern
Freistellung oder Weiß setzen, Ausrichtung am Raster, Farbabgleich am Muster, Retusche von Fusseln und Knicken, Zuschnitt je Kanal. Zum Schluss wird jedes Bild gegen die Vorgabe des Zielkanals geprüft und mit Dateiname und Zuordnungsliste geliefert.
Faltung: der Unterschied zwischen Serie und Sammelsurium
Eine Serie wirkt einheitlich, wenn Faltung, Größe im Bild und Ausrichtung über alle Artikel gleich sind, und nicht schon dann, wenn jedes Bild für sich gut ist. Deshalb wird die Faltung einmal festgelegt und dokumentiert, mit Fotos der Vorlage und Maßen am Raster. Bei Sets zeigt das Hauptbild alle Teile, wie sie geliefert werden; Zubehör, das nicht dazugehört, bleibt draußen.
- T-Shirt: Ärmel nach hinten, Kragen mittig, Saum gerade; das Motiv liegt vollständig sichtbar.
- Hose: Bund oben, Beine parallel, die Länge im Verhältnis zur Weite erkennbar.
- Handtuch: gedrittelt, Bordüre nach vorn; Sets als Stapel mit gleichen Abständen.
- Bettwäsche: Bezug gefaltet, Kissenbezug obenauf, Verschlussseite im Detailbild.
- Schal und Tuch: locker gelegt mit einer Wellenkante, damit Fall und Rückseite erkennbar sind.
Wir sehen an eingeschickten Serien sofort, ob die Faltung dokumentiert war: Liegt bei jedem T-Shirt der Kragen anders, wirkt die Kategorieseite unruhig, obwohl jedes Bild für sich stimmt.
Stoffstruktur sichtbar machen
Struktur entsteht durch Schatten. Ein flaches Streiflicht von der Seite lässt Frottee-Schlingen, Leinenfäden und Strickmaschen hervortreten, die im gleichmäßigen Hauptlicht verschwinden; das Makroobjektiv zeigt sie in einem Detailbild, das der Kunde als Ersatz für den Griff versteht. Glänzende Stoffe wie Satin oder Seide brauchen eine große, weiche Lichtfläche, sonst zerfällt der Glanz in harte Spiegelungen; Wir fotografieren Gardinen hängend vor einer Lichtfläche, damit die Transparenz sichtbar wird.

Farbe ist bei Textilien ein kritischer Punkt: Gefärbte Fasern verhalten sich je Lichtart unterschiedlich, deshalb wird jede Farbvariante am Muster abgeglichen. Das Verfahren steht im Ratgeber Farbtreue bei Produktfotos.
Hollowman und Model: wenn die Fläche nicht reicht
Sobald der Kunde wissen will, wie ein Teil sitzt, reicht die Fläche nicht. Die Hollowman-Aufnahme aus dem Studio zeigt Oberteil, Kleid oder Jacke plastisch auf einer unsichtbaren Puppe: ohne Model, ohne Konfektionsgröße im Bild, für Marktplätze als Packshot geeignet. Wie die Puppe dafür aufgebaut wird, zeigt der Ratgeber Produktfotos mit Hollow-Man-Technik.

Amazon verlangt für Erwachsenenbekleidung nach seinem Style Guide Bekleidung das Hauptbild am Model (April 2020, Abruf 20.09.2026); Zalando akzeptiert unsichtbare Puppe oder liegende Aufnahme als Packshot und verlangt für die Modelansicht echte Menschen. Für Heimtextilien ersetzt ein Anwendungsbild (das bezogene Bett, das Handtuch am Haken) die Passformfrage. Solche Mood- und Lifestyle-Aufnahmen gehören in die Galerie, nicht ins Hauptbild.
Grenzen und häufige Fehler
- Knitter und Fussel im Bild kosten Retuschezeit oder bleiben sichtbar; Vorbereitung vor dem Versand spart beides.
- Jedes Bild anders gefaltet: Die Kategorieseite wirkt unruhig, Größen sind nicht vergleichbar.
- Kamera nicht senkrecht: Rechtecke werden zu Trapezen, das Raster stimmt nicht mehr.
- Farbvariante digital eingefärbt statt fotografiert: Die Farbe stimmt nicht, Retouren folgen.
- Schwarz und Weiß mit derselben Belichtung: Schwarz verliert Struktur, Weiß frisst aus. Beide brauchen eine eigene Einstellung.
- Transparente Stoffe vor Weiß: Die Transparenz bleibt unsichtbar; Gegenlicht oder ein Kontrasthintergrund als Zusatzbild.

Die meisten Fehler entstehen vor der Aufnahme: Knitter, wechselnde Faltung, eine schiefe Kamera und Farben, die nicht am Muster abgeglichen wurden.

Legeware im Studio
Der Legetisch mit Raster, die senkrechte Kamera und die symmetrische Beleuchtung sind ein fester Aufbau; Faltvorlagen und Testartikel je Warengruppe machen ihn wiederholbar. Was die Legeware-Fotografie im Studio umfasst, steht auf der Leistungsseite. Wie abgerechnet wird, mit allen Ansichten, Bearbeitung und Datenpaket, erklärt die Seite Preise pro Bild.
Schicken Sie uns je Warengruppe einen Testartikel. Sie geben Faltung und Raster frei, bevor die Serie läuft.
Testartikel anfragenKurz gefasst
Legeware für Fläche und Faltung, Hollowman für Schnitt und Passform, Detail für Struktur: Die Warengruppe entscheidet. Ein festes Raster, eine senkrechte Kamera, Faltvorlagen und gleiches Licht machen aus hundert Artikeln eine Serie. Struktur entsteht durch Streiflicht und Makro, Farbe durch Abgleich am Muster je Variante. Zalando nimmt liegende Aufnahmen als Packshot an, Amazon verlangt für Erwachsenenbekleidung das Hauptbild am Model (Abruf 20.09.2026).
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Antworten auf die Fragen, die Händler und Hersteller uns am häufigsten stellen.
Was ist Textilfotografie?
Textilfotografie ist Produktfotografie für Bekleidung, Heimtextilien und Stoffe für Shop, Marktplatz und Katalog, mit drei Aufnahmearten: Legeware liegend von oben für Fläche und Faltung, Hollowman auf der unsichtbaren Puppe für Schnitt und Passform, Detailaufnahme für Struktur und Verarbeitung. Entscheidend sind ein festes Raster, gleiches Licht und eine eingemessene Farbe je Variante.
Wie fotografiere ich Kleidung liegend, damit alle Bilder gleich aussehen?
Mit einem festen Raster auf dem Legetisch, einer senkrecht montierten Kamera mit gleichbleibendem Abstand und einer Faltvorlage je Warengruppe. Das erste Teil wird als Referenz fotografiert und daneben gelegt; jedes weitere Teil wird am Monitor auf Position und Symmetrie geprüft. Gleiches Licht und derselbe Weißabgleich über die ganze Serie sind Voraussetzung.
Legeware oder Hollowman: Was ist besser für T-Shirts?
Legeware, wenn Motiv, Farbe und Fläche das Produkt erklären und der Kanal liegende Aufnahmen als Hauptbild annimmt; Hollowman, wenn Schnitt, Kragen und Fall zählen oder der Kanal ein plastisches Bild verlangt. Zalando akzeptiert beides als Packshot, Amazon verlangt für Erwachsenenbekleidung das Hauptbild am Model (Abruf 20.09.2026). Oft ist die Kombination sinnvoll: Hollowman als Hauptbild, Legeware für Details.
Wie fotografiere ich Heimtextilien wie Bettwäsche und Handtücher?
Als Legeware im Raster: Bettwäsche gefaltet als Set mit Kissenbezug obenauf und dem Muster flach sichtbar, Handtücher gedrittelt oder gerollt mit Bordüre nach vorn, Sets als Stapel mit gleichen Abständen. Dazu ein Strukturbild im Streiflicht und ein Detail des Verschlusses. Ein Anwendungsbild wie das bezogene Bett ergänzt die Galerie.
Wie kommt die Stoffstruktur ins Bild?
Durch flaches Streiflicht von einer Seite, das Maschen, Schlingen und Webart als kleine Schatten hervorhebt, und durch ein Makrodetail, das die Oberfläche vergrößert zeigt. Glänzende Stoffe brauchen große weiche Lichtflächen, transparente Stoffe Gegenlicht. Das Strukturbild ist ein Zusatzbild; das Hauptbild bleibt gleichmäßig ausgeleuchtet.
Muss ich die Textilien gebügelt einschicken?
Gebügelt oder gedämpft ist eine gute Ausgangslage; im Studio dämpfen wir nach, entfernen Fussel und richten Nähte. Knitter, die durch den Transport entstehen, sind normal; tiefe Falten aus langer Lagerung kosten Retuschezeit. Jede Farbvariante mit Artikelnummer kennzeichnen, damit die Zuordnung im Datenpaket stimmt.
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