Tipps vom Profi: wie Glas richtig fotografiert wird

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In der Produktfotografie müssen häufig gefüllte oder leere Gläser fotografiert werden. Auf Werbeplakaten sind zum Beispiel schräg gekippte Weingläser mit Rotwein zu sehen oder wunderbar gemixte Cocktails mit ihren bunten Zutaten. Andererseits gibt es auch Produktfotos, in denen Gläserserien verkauft werden sollen. Diese sollten demnach nicht mit einer Flüssigkeit gefüllt sein.

Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass Gläser durchsichtig sind und Licht nicht immer wie gewünscht reflektieren. Dies stellt eine besondere Herausforderung an den Fotografen.

Das Reflexionslicht des Glases nutzen

Ein leeres Weinglas erzeugt ein sichtbares Reflexionslicht, wenn es angestrahlt wird. Zu diesem Zweck wird es auf eine Hohlkehle gestellt und von oben angestrahlt. Der Hintergrund wird zunächst grau dargestellt.

Im Ergebnis präsentiert sich das Glas mit seinen Konturen, wobei im Bereich des verstärkten Fußes eine helle Reflexion erkennbar wird. Man spricht in diesem Fall auch von einem Lupeneffekt. Dennoch ist der obere Glaskörper wenig spektakulär und sieht eher langweilig und eintönig aus. Auf einem solchen Bild ist das Glas gerade noch als solches zu erkennen.

Was bedeutet ein gesteuertes Reflexlicht?

Mit einem zusätzlichen Flächenlicht und einer gleichmäßig ausgeleuchteten Plexiglasplatte können wir auf der Glasoberfläche eine helle Reflexion erzeugen. In diesem Fall wird die Plexiglasscheibe links oder rechts des Glases in unmittelbarer Nähe aufgebaut. Die Reflexion erscheint dann auf einer Außenseite des Glases und auf der gegenüberliegenden Innenseite.

Notfalls gelingt dieser Effekt auch mit einem kleinen Seitenstrahler. Vor diesen wird eine Lage Transparentpapier, notfalls auch Butterbrotpapier gespannt und möglichst nahe an das Glas herangebracht. Auf diese Weise wird ebenfalls ein Flächenlicht erzeugt, welches auf der Glasoberfläche und im Inneren für eine Reflexion sorgt.

Wichtig sind auch die Lichtkanten

Nachdem das Glas durch die gesteuerte Reflexion insgesamt deutlich heller geworden ist und eine schöne Kontrastreflexion aufweist, fehlen noch die Lichtkanten. Hierbei soll die Umrahmung des Glases in einem besonders hellen Lichtstreifen erscheinen.

Am einfachsten ist es, sich Spiegelfolie zu besorgen und diese auf schmale Pappstreifen zu kleben. Spiegelfolie oder Spiegelpappe gibt es schon preisgünstig im Fachhandel oder in den Bastelgeschäften. Mit einem kleinen Aufsteller werden diese Minispiegel rechts und links neben das Glas gestellt.

Die Spiegel werden von seitlichen Strahlern beleuchtet und leiten dieses Licht an die Glasoberfläche weiter. Dabei müssen die Spiegel so verstellt werden, dass das Licht sich genau in den seitlichen Glaskanten wiederspiegelt. Verständlicherweise nimmt die Feineinstellung die meiste Zeit ein. Das beste Ergebnis gelingt nur durch ständiges Versuchen.

Im Ergebnis wird das Glas so dargestellt, dass sich auf der bauchigen Vorderseite und in der gegenüberliegenden Innenseite des Glases eine breite Lichtreflexion befindet. Darüber hinaus sind auch die Ränder des Glases deutlich erkennbar und erstrahlen in einem hellen Lichtstreifen.

Die vorgenannten Beleuchtungstechniken funktionieren übrigens auch mit gefüllten Gläsern.

Diese Fotografien von leeren oder gefüllten Gläsern können in der Produktfotografie vielfältig eingesetzt werden. Dank der guten Lichtkanten, kann ein solches Glas auch vom Hintergrund freigestellt werden. Es muss lediglich darauf geachtet werden, dass der durchscheinende Hintergrund des Glases später nach einer Bildbearbeitung farblich angepasst wird.

Wem diese Bildbearbeitung Schwierigkeiten bereitet, kann sich durchaus auch an einen Freistellservice, wie zum Beispiel freistellen.de wenden.