Auf die richtige Beleuchtung kommt es an
Von Kevin, FotografVeröffentlicht Aktualisiert 5 Min. Lesezeit
Bei der Beleuchtung in der Fotografie macht weiches, indirektes Licht den Unterschied: Licht durch eine Fotobox geleitet, über Reflektoren umgelenkt oder Tageslicht vom Fenster. Der eingebaute Kamerablitz ist die schlechteste Lösung, weil er harte Schatten wirft und Farben kippen lässt. Wie viele Lampen nötig sind und wie weit sie vom Produkt stehen, entscheidet am Ende über den Schlagschatten.
Warum der Kamerablitz nicht reicht
Für eindrucksvolle Fotos müssen Sie die eigene Kamera richtig beherrschen. Ebenso wichtig ist eine gute Belichtung. In den meisten Fällen reicht ein herkömmliches Blitzlicht nicht aus. Bei der Beleuchtung werden daher häufig viele Fehler gemacht. Auch wenn beispielsweise ein leistungsstarker Blitz verwendet wird, können die Farben unnatürlich gelb oder bläulich aussehen bzw. ein ausgeprägter Schattenwurf störend wirken. Andererseits kann es vorkommen, dass das zu fotografierende Produkt oder Model nicht vollständig ausgeleuchtet ist.
Gleich vorweg: Der integrierte Blitz einer Kamera ist eine der schlechtesten Lösungen, um ein Produkt auszuleuchten. Hier gibt es wesentlich bessere Lösungen.
Direktes Licht vermeiden
Viele Hobbyfotografen verzichten auf die Anschaffung spezieller Fotolampen und Strahler. Stattdessen werden für die Produktfotografie zum Beispiel Decken-, Schreibtisch- und Taschenlampen verwendet. Hier ist dann von einer direkten Beleuchtung die Rede.
Häufig werden zwei Lichtquellen gleichzeitig genutzt, so dass ein Produkt von beiden Seiten ausgeleuchtet wird. Problematisch ist jedoch, dass hierbei harte und dunkle Schatten entstehen, die auch mit einem Bildbearbeitungsprogramm nur schwer entfernt werden können.
Decken-, Schreibtisch- und Taschenlampen leuchten direkt und werfen harte, dunkle Schatten, die sich in der Bildbearbeitung kaum entfernen lassen. Weiches, indirektes Licht zeigt Flaschen und Faltschachtel dagegen ohne harten Schlagschatten, wie bei diesem Packshot.

Mischlicht ist nur bedingt zu gebrauchen
Eine gute Lösung ist es, wenn ein Produkt von allen Seiten gut ausgeleuchtet wird. In vielen Fällen werden hierzu verschiedene Lampen zusammengestellt. Auch wenn die Produkte damit hell ausgeleuchtet werden, haben unterschiedliche Lichtquellen aufgrund der Leuchtmittel verschiedene Farbtemperaturen. Diese werden auf dem späteren Foto sichtbar. Eine Glühbirne gibt in aller Regel ein weicheres Licht, als eine LED oder Halogenbirne. Ein interessanter Nebeneffekt ist, dass durch eine unterschiedliche Beleuchtung ein mehrfarbiger Schattenwurf entsteht. Farbtemperaturen in Kelvin erklärt der Ratgeber Weißabgleich an der Kamera.
Indirektes Licht bietet optimale Voraussetzungen
Für Produktaufnahmen kann eine indirekte Beleuchtung nur empfohlen werden. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn das Licht durch eine Fotobox geleitet wird. Ebenfalls sind Reflektoren ein gutes Hilfsmittel für eine gleichmäßige Belichtung. Hiermit wird der Schattenwurf stark verringert. Das zu fotografierende Objekt wird mit einem weichen Licht vollständig ausgeleuchtet. Falls die Lichtquellen nicht allzu stark sind, sollte die Belichtungszeit entsprechend verlängert werden. Bei Einsatz eines Stativs stellt dies kein Problem dar.
Ein kleiner Tipp am Rande: Die beste Beleuchtung erhält der Fotograf bei Aufnahmen mit Tageslicht.
| Lichtart | Beispiele aus dem Beitrag | Wirkung auf das Produktfoto |
|---|---|---|
| Direktes Licht | Decken-, Schreibtisch- und Taschenlampen, integrierter Kamerablitz | Harte und dunkle Schatten, schwer zu entfernen |
| Mischlicht | Verschiedene Lampen mit unterschiedlichen Leuchtmitteln | Unterschiedliche Farbtemperaturen im Bild, mehrfarbiger Schattenwurf |
| Indirektes Licht | Fotobox, Reflektoren | Schattenwurf stark verringert, weiches Licht, vollständige Ausleuchtung |
| Tageslicht | Aufnahmen mit Tageslicht vom Fenster | Die beste Beleuchtung |
Schatten vermeiden
Wie bereits zuvor dargelegt, kommt es neben der Art des Lichts darauf an, wie viele Lichtquellen verwendet werden. Eine einzige Lampe sorgt auf jeden Fall für einen Schlagschatten. Auch bei zwei Lichtquellen ist häufig noch ein Schatten zu erkennen. Aus diesem Grund kombinieren viele Fotografen Lichtboxen mit mehreren Beleuchtungsquellen, um ein Objekt von allen Seiten ausleuchten zu können.
Nach Möglichkeit sollten die einzelnen Lichtquellen versuchsweise aus unterschiedlichen Winkeln das Produkt bestrahlen, um die beste Wirkung zu erreichen. Wichtig ist, dass eine Beleuchtung nicht allzu nahe auf das Objekt gerichtet wird, da der Schatten dadurch umso stärker ausfällt. Wie sich ein Schatten gezielt setzen lässt, zeigt der Ratgeber Schatten beim Fotografieren steuern.
Gerade Einsteigern in dieser Fotomaterie wird angeraten, mit verschiedenen Lichtquellen, unterschiedlichen Abständen und Winkeln ein Fotoobjekt auszuleuchten und auf diese Weise die ersten Erfahrungen zu sammeln.
Mehrere Lichtquellen aus unterschiedlichen Winkeln und mit Abstand zum Objekt leuchten ein Produkt von allen Seiten aus und schwächen den Schlagschatten, wie bei Packshots im Studio.

Produkte ausleuchten: Hauptlicht, Aufheller, Hintergrundlicht
Ein Produkt leuchten Sie mit drei Bausteinen aus: einem großen, weichen Hauptlicht schräg von vorn oder von der Seite, einem Aufheller auf der Gegenseite und bei weißem Hintergrund einem eigenen Licht für den Hintergrund. Das Hauptlicht zeigt die Form. Der Aufheller bestimmt, wie dunkel die Schattenseite bleibt, und das Hintergrundlicht macht Weiß zu Weiß statt zu Grau.
Welche Fehler beim Ausleuchten am häufigsten vorkommen, zeigt der Beitrag Ausleuchtung in der Produktfotografie: die klassischen Fehler.
| Oberfläche | Licht | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Matt: Karton, Holz, Textil | Große Softbox schräg von vorn, Aufheller gegenüber | Schatten beim Fotografieren steuern |
| Glänzend: Metall, Lack, Folie | Große Leuchtfläche oder Striplight für eine saubere Reflexkante, Abschatter gegen Spiegelungen | Spiegelnde Produkte fotografieren |
| Transparent: Glas | Gleichmäßig beleuchtete Fläche dahinter, Kanten mit schwarzen Karten oder seitlichem Licht formen | Glas richtig fotografieren |
| Weiß vor Weiß | Hintergrund mit eigenem Licht, schwarze Karten links und rechts für die Kontur | Weiße Produkte vor weißem Hintergrund |
| Schwarz vor Schwarz | Seitliches Streiflicht, damit Spiegelungen in glänzenden Flächen die Kontur halten | Vor schwarzem Hintergrund fotografieren |
| Schmuck | Diffusorfolie oder Durchlichtplatte nah am Stück, kleiner Spot für das Funkeln | Schmuckfotografie mit Tiefenschärfe |
Wie wir im Studio ausleuchten
Wir setzen an jedem Aufnahmeplatz eine große, weiche Hauptlichtquelle ein, dazu eine schwächere zweite Quelle gegen den Schlagschatten und weiße Platten als Aufheller. Wirkt ein Schatten zu hart, verschieben wir zuerst den Aufheller und erst danach das Hauptlicht. So bleibt die Lichtrichtung über die ganze Serie gleich. Genau das unterscheidet eine ruhige Kategorieseite von einem Sammelalbum.

Eigenaufnahmen, die Händler uns zur Nachbearbeitung schicken, haben meist eine von zwei Ursachen: eine einzelne Lampe von vorn oder Mischlicht aus Fenster und Deckenleuchte. Einen harten Schlagschatten kann man retuschieren. Den zweifarbigen Schatten aus Mischlicht bekommt man am Rechner kaum wieder heraus, deshalb lösen wir das Licht am Set.
Welche Lichtart zu Ihrer Ware passt, wägt der Ratgeber Dauerlicht oder Blitz in der Produktfotografie ab. Wie ein Auftrag von der Anfrage bis zur Lieferung läuft, steht auf der Seite Ablauf eines Auftrags.
Bilder zum Beitrag
Kurz gefasst
Der integrierte Kamerablitz eignet sich nicht, um Produkte gleichmäßig auszuleuchten. Direktes Licht aus Decken-, Schreibtisch- oder Taschenlampen erzeugt harte Schatten, Mischlicht bringt verschiedene Farbtemperaturen ins Bild. Indirektes Licht durch Fotobox und Reflektoren leuchtet das Produkt weich und vollständig aus; Tageslicht ist die beste Beleuchtung. Mehrere Lichtquellen aus verschiedenen Winkeln und mit Abstand zum Objekt verringern den Schlagschatten. Zum Ausleuchten eines Produkts genügen meist ein großes Hauptlicht, ein Aufheller und bei weißem Grund ein eigenes Hintergrundlicht.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Antworten auf die Fragen, die Händler und Hersteller uns am häufigsten stellen.
Wie leuchtet man ein Produkt richtig aus?
Mit einem großen, weichen Hauptlicht schräg von vorn oder von der Seite, einem Aufheller auf der Gegenseite und bei weißem Hintergrund einem eigenen Licht für den Hintergrund. Das Hauptlicht zeigt die Form, der Aufheller steuert die Schattenseite. Glänzende, transparente und dunkle Produkte brauchen zusätzlich Flächen oder Karten, die ihre Kanten formen.
Reicht der integrierte Blitz der Kamera für Produktfotos?
Nein. Der integrierte Blitz einer Kamera gehört zu den schlechtesten Lösungen, um ein Produkt auszuleuchten. Selbst ein leistungsstarker Blitz kann Farben unnatürlich gelb oder bläulich wirken lassen und einen ausgeprägten Schattenwurf erzeugen. Besser sind indirekte Lichtquellen, etwa Licht durch eine Fotobox oder über Reflektoren, die das Produkt weich und vollständig ausleuchten.
Warum sind Schreibtischlampen und Deckenlampen für die Produktfotografie ungeeignet?
Weil sie das Produkt direkt beleuchten. Direktes Licht aus Decken-, Schreibtisch- oder Taschenlampen erzeugt harte und dunkle Schatten, vor allem wenn zwei Lampen von beiden Seiten auf das Produkt gerichtet sind. Solche Schatten lassen sich auch mit einem Bildbearbeitungsprogramm nur schwer entfernen; indirektes Licht vermeidet das Problem von vornherein.
Was ist Mischlicht und warum stört es bei Produktfotos?
Mischlicht entsteht, wenn Lampen mit unterschiedlichen Leuchtmitteln gleichzeitig ein Produkt ausleuchten. Jede Lichtquelle hat eine eigene Farbtemperatur, die im Foto sichtbar wird: Eine Glühbirne gibt in der Regel ein weicheres Licht als eine LED oder Halogenbirne. Als Nebeneffekt entsteht ein mehrfarbiger Schattenwurf. Das Produkt ist zwar hell, aber nicht farbtreu ausgeleuchtet.
Wie erreiche ich weiches, indirektes Licht?
Indem Sie das Licht durch eine Fotobox leiten oder mit Reflektoren umlenken. So wird der Schattenwurf stark verringert, und das Objekt ist mit weichem Licht vollständig ausgeleuchtet. Sind die Lichtquellen schwach, verlängern Sie die Belichtungszeit; mit einem Stativ ist das kein Problem. Tageslicht vom Fenster liefert ebenfalls eine gute Beleuchtung.
Wie vermeide ich Schatten bei Produktfotos?
Mit mehreren Lichtquellen aus unterschiedlichen Winkeln. Eine einzige Lampe erzeugt auf jeden Fall einen Schlagschatten, und auch bei zwei Lichtquellen bleibt häufig ein Schatten sichtbar. Deshalb kombinieren viele Fotografen Lichtboxen mit mehreren Beleuchtungsquellen, die das Objekt von allen Seiten ausleuchten. Wichtig ist Abstand: Steht eine Leuchte zu nah am Produkt, fällt der Schatten stärker aus.
Ist Tageslicht für Produktfotos besser als Kunstlicht?
Ja, Tageslicht liefert dem Fotografen die beste Beleuchtung. Wer im Studio arbeitet, kommt mit indirekten Lichtquellen ans Ziel: Licht durch eine Fotobox und Reflektoren leuchten das Produkt ebenfalls weich und vollständig aus. Entscheidend ist in beiden Fällen, direkte, harte Beleuchtung und Mischlicht mit verschiedenen Farbtemperaturen zu vermeiden.
Wie lernen Einsteiger die richtige Beleuchtung?
Durch Ausprobieren. Einsteigern wird geraten, ein Fotoobjekt mit verschiedenen Lichtquellen, unterschiedlichen Abständen und Winkeln auszuleuchten und so erste Erfahrungen zu sammeln. Dabei zeigt sich schnell, wie viele Lichtquellen nötig sind, wie nah eine Leuchte stehen darf und welche Farbtemperatur die einzelnen Leuchtmittel im Bild hinterlassen.
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