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Februar 2016

Hintergrund bei Gegenlichtaufnahmen

Hintergrund bei Gegenlichtaufnahmen

Eigentlich sind Gegenlichtaufnahmen in der Fotografie ein Tabuthema. Hierbei werden Aufnahmen direkt in Lichtrichtung gemacht, wobei sich das eigentlich zu fotografierende Motiv im Vordergrund im Schatten befindet. Ohne eine zusätzliche Beleuchtung, wie zum Beispiel durch einen Blitz, können Einzelheiten nicht erkannt werden. Viele kennen diesen Effekt, wenn an einem wunderschönen Sandstrand Personen mit dem Rücken zur Sonne hin fotografiert werden sollen. Die Gesichter sowie die komplette Ansicht dieser Personen liegen im tiefsten Schatten. Häufig ist in diesem Fall auch von Silhouetten mit scherenschnittartiger Wirkung die Rede.

Gegenlichtaufnahmen können aber auch für interessante Effekte sorgen

Bei Gegenlichtaufnahmen werfen die Konturen ihren Schatten in Richtung des Fotografen. Bei diesen hohen Kontrastunterschieden treten die Farben in den Hintergrund. Interessant ist jedoch, dass an den Rändern der Motive dabei wunderschöne Lichtsäume entstehen. Bei einer Porträtaufnahme bei Gegenlicht kann sich auf diese Weise ein Lichtsaum an den Haaren ergeben.

Leider ist die richtige Belichtung bei Gegenlicht nur schwer zu ermitteln. Des Weiteren gelangt häufig unerwünschtes Streulicht in das Objektiv. Darüber hinaus muss auch mit unerwünschten Blendenreflexen gerechnet werden, die später auf dem Bild zu sehen sind. Diese können eckig oder rund auftreten.

Hilfsmittel bei Gegenlichtaufnahmen

Mit einer Belichtungsreihe wird eine größere Auswahl an unterschiedlichen Belichtungen erreicht. Um die scharfen Umrisse etwas abzumildern, ist es ratsam, den Belichtungsmesser auf die hellen Flächen des Motivs auszurichten. Besonders hilfreich ist eine Streulichtblende, die direkt vorne auf das Objektiv gesetzt wird. Damit werden evtl. Blendenflecken vermieden.

Maximaler Kontrast mit schwarzem Hintergrund bei Gegenlichtaufnahmen

Ein starker Kontrast wirkt plakativ und kann wesentliche Bildmotive in den Vordergrund rücken. Einen maximalen Kontrast erhält man mit einem schwarzen Hintergrund. Dies soll an einem Beispiel erläutert werden. Es sollen Blumen auf einer Wiese bei Gegenlicht gemacht werden. Hierbei muss eine Perspektive gewählt werden, bei der der Hintergrund der Blumen im Schatten liegt. Dies kann zum Beispiel durch eine Baumreihe oder dichte Büsche realisiert werden. Die Blumen selbst liegen jedoch im grellen Sonnenschein. Licht und Schatten wechseln sich hierbei ab.

Nun wird die Belichtung auf die hellen Bereiche des Motivs ausgerichtet. Idealerweise wird hierbei eine manuelle Belichtungsmessung vorgenommen, da die Automatik der Kamera hier meist zu anderen Ergebnissen führt. Manchmal reicht auch schon eine Belichtungskorrektur um ein oder zwei Stufen. Eine gute Kontrolle bietet die in vielen Kameras integrierte Histogramm- oder Überbelichtungswarnung. Keinesfalls darf nun der Blitz verwendet werden. Bei Automatikkameras muss dieser abgeschaltet werden.

Im Ergebnis wird der komplette Hintergrund nahezu schwarz dargestellt. Lediglich die von der Sonne beschienenen Blüten, Halme und Stängel werden überbelichtet als Silhouette dargestellt. Nicht immer müssen diese Motive auch farbig dargestellt sein. Es reicht vollkommen aus, die Umrisse genau zu erkennen. Entsprechend der Tiefenschärfe können im Hintergrund befindliche Blumen etwas unscharf dargestellt sein.

Ist der von der Sonne beleuchtete Vordergrund besonders bildfüllend, dann gelingen auch Aufnahmen ohne zusätzliche Belichtungskorrektur. Es ist ratsam, mehrere Bildserien anzufertigen, um später die besten Ergebnisse herauszusuchen.

Interessant ist, dass durch den fast vollständig schwarzen Hintergrund das Motiv sehr gut freigestellt werden kann. Auf diese Weise lässt es sich als Silhouette bei Bedarf auch für andere Fotomontagen verwenden. Wer hier Schwierigkeiten hat, kann problemlos auch den professionellen Freistellservice unter freistellen.de verwenden.

 

Foto: fotolia/shutterstock

Schmuckfotografie: Fotos mit Tiefenschärfe

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Unter der Tiefenschärfe bzw. Schärfentiefe wird beim Fotografieren der Bereich bezeichnet, der vor bzw. hinter dem eigentlichen Schärfebereich noch scharf dargestellt wird. Wird zum Beispiel die Kamera auf ein Motiv scharf eingestellt, kann abhängig von der Blenden- und Brennweiteneinstellung der Bereich vor dem Motiv oder hinter dem Motiv über eine bestimmte Strecke hin noch scharf dargestellt werden.

Grundsätzlich ist hierbei zu beachten, dass bei einer kleinen Brennweite die Tiefenschärfe umso höher ist. Übliche Brennweiten sind zum Beispiel f8, f11, f16 oder f22. Darüber hinaus ist die Tiefenschärfe aber auch abhängig von der Größe des eingebauten Bildsensors einer Digitalkamera. Mit einem besonders großen Sensor, wie zum Beispiel einem Vollformatsensor, lassen sich wesentlich mehr Gestaltungsmittel im Bereich der Tiefenschärfe einsetzen. Normale Consumer-Kameras kommen immerhin noch auf eine 2/3-Größe des Bildsensors im Vergleich zum Vollformat.

Die richtige Kamera verwenden

Optimal für gute Tiefenschärfeaufnahmen sind digitale Spiegelreflexkameras oder spiegellose Systemkameras. Wichtig ist, dass diese Kameras über eine sogenannte Abblendtaste verfügen. Nur so lässt sich die Tiefenschärfe des Motivs direkt erkennen. Ohne Abblendtaste wäre das Motiv bei Blende f22 so dunkel dargestellt, dass es nicht zu erkennen wäre.

Schmuck perfekt fotografieren

Schmuck und Glas gehören zu den am schwierigsten zu fotografierenden Gegenständen. Zum einen sind Schmuckstücke meist sehr klein und zum anderen können diese mit ihren glänzenden Oberflächen stark reflektieren. Für gute Fotos sollte ein Lichtzelt mit optimaler Ausleuchtung und für die Kamera ein Stativ mit Fernauslösung verwendet werden. Bei der Beleuchtung werden zusätzliche Diffusoren empfohlen, damit das Licht gleichmäßiger gestreut wird. Der Hintergrund sollte sich besonders gut vom Schmuckstück abheben.

An der Kamera sorgt ein niedriger ISO-Wert für ein geringeres Rauschen. Die sich hierdurch ergebenden längeren Belichtungszeiten sorgen mit dem Stativ für keine Probleme.

Mit der Blende wird nun die Tiefenschärfe eingestellt. Wichtig ist es zu wissen, welcher Bereich auf dem Foto später optimal scharf wiedergegeben werden soll. Etwas verwirrend ist die richtige Einstellung der Blendenöffnung. Je größer die Blendenöffnung bzw. je kleiner die Blendenzahl auf dem Objektiv der Kamera eingestellt wird, desto geringer fällt die Tiefenschärfe aus.

Da Schmuckstücke sehr klein sind, spielen der Vorder- und Hintergrund hier keine Rolle. Mit der Blende f2.8 ist sicher eine ausreichende Tiefenschärfe gegeben, bei der nur das Schmuckstück komplett scharf abgelichtet wird. Alle übrigen Randbereiche verfallen in Unschärfe.

Testweise sollten auch höhere Blendenzahlen zwischen f4 bis f8 einmal verwendet werden. Somit wird der Unterschied in Bezug auf die Tiefenschärfe am besten deutlich. Um Produktfotos optimal darzustellen kann man sich Hilfe von professionellen Bildbearbeitungsdienstleistern holen, wie beispielsweise freistellen.de.

Foto: fotolia/shutterstock